Das eigene Bankkonto zur Geldwäsche genutzt

Geld aus Betrügereien entgegengenommen und weitergeleitet – ein Zuger wurde deswegen verurteilt.

Harry Ziegler
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In drei Fällen hat sich ein Schweizer, laut Strafbefehl der Zuger Staatsanwaltschaft, der Geldwäscherei und Falschbeurkundung schuldig gemacht. Letztlich ist auch der Beschuldigte selber einem Betrüger aufgesessen. Er wurde zu einer Busse von 480 Franken, einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 120 Franken, bedingt auf 3 Jahre sowie zur Bezahlung der Gerichtskosten verurteilt. Bereits früher wurde er in einem ähnlichen Fall im Kanton Luzern verurteilt. Der Beschuldigte hat sein Bankkonto der nach wie vor unbekannten Täterschaft zur Verfügung gestellt, darauf eingehende Beträge bar abgehoben und ins Ausland, in den westafrikanischen Staat Benin, weitergeleitet, insgesamt rund 10000 Franken.

Real erscheinende Informationen im Internet

Diese Summe haben die drei Opfer in Tranchen aufs Bankkonto des Schweizers überwiesen, in der Hoffnung dafür Kredite zu erhalten, die ihnen aufgrund ihrer aktuellen finanziellen Lage in der Schweiz verwehrt worden wären. In einem Fall wurde bezahlt, damit eine Erbschaft ausbezahlt werden konnte. Bei der Suche nach potenziellen Kreditinstituten stiessen die Betrogenen – denn ihre erhofften Kredite über jeweils 12000 Franken sahen sie nie – im Internet auf Informationen über die jeweiligen Institute, die real erschienen.

Im Falle der zu erwartenden Erbschaft wurde der potenzielle Erbe von einem mutmasslichen Bankangestellten kontaktiert und aufgefordert Notariatskosten und Gebühren zu bezahlen, um in den Genuss der Erbschaft zu gelangen. Es erfolgte keine Auszahlung des angekündigten Erbes.

Beschuldigter wusste um Herkunft des Geldes

Der Beschuldigte hat laut Strafbefehl dafür gesorgt, dass die Einziehung der rund 10000 Franken verunmöglicht worden war. Weil er sein privates Bankkonto zur Verfügung gestellt und die darauf eingehenden Zahlungen weitergeleitet habe. Grund für das Handeln des Schweizers: Er erhoffte sich dadurch ebenfalls einen Kredit. Zudem musste er um die Herkunft des Geldes gewusst haben. Spätestens nach der Eröffnung eines Strafverfahrens im Kanton Luzern, habe er erkannt, dass der zugesicherte Kredit trotz Zahlung von Steuern und Anwaltskosten nie ausgezahlt würde – und darüber hinaus sein investiertes Geld verloren war.

Dass die unbekannte Täterschaft bei den drei vorliegenden Fällen dieselbe Vorgehensweise wie beim Beschuldigten wählte, hätte diesen stutzig machen müssen. Zumindest an den Zahlungsmitteilungen hat er erkannt, dass es sich um Bauernfängerei handelte.

Der Falschbeurkundung schuldig gemacht hat sich der Schweizer, weil er das auf seinem Konto eingegangene Geld weiterschickte. Er hob dieses ab, und sandte dieses via einen Geldtransferservice nach Benin. Um das zu tun, musste er auf den Versandbelegen mit seiner Unterschrift bestätigen, der wirtschaftlich Berechtigte zu sein. Was er nachweislich nicht war.