Kommentar

Das Ende ist der Anfang der Vorfreude

Redaktorin Zoe Gwerder freut sich bereits auf die kommende Fasnacht.

Zoe Gwerder
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Zoe Gwerder.

Zoe Gwerder.

Bild: Stefan Kaiser

Da hat man sich fast ein Jahr lang auf die nächste Fasnacht gefreut und schon war er wieder da – der Güdelzischtig. Nicht aufzuhalten, kommt er mit Verlass. So oder ähnlich geht es wohl vielen, die vom Fasnachtsvirus infiziert sind. Auch wenn dieser bei mir inzwischen etwas abgeflaut ist, gehören die Fasnachtstage noch immer zu meinen Highlights.

Als die Fasnacht noch das «Ein und Alles» für mich war, hatte der Güdelzischtig jedoch eine doppelte Komponente. Als Mitglied einer Guggenmusik in einer Gemeinde, die am Fasnachtsdienstag sowohl ihren Umzug wie auch die Verbrennung ihres Maskottchens zelebriert, war der letzte Tag in der Fasnachtswoche immer Höhepunkt und verhasstes Ende zugleich. Denn auch wenn alle anderen Fasnachtstage hammermässig waren, war der Tag des Heimspiels jeweils etwas ganz Besonderes.

Nicht nur, weil der Umzug ein wahres Publikumsmagnet ist und die einheimischen Guggen in den vordersten Reihen mitlaufen, sondern vor allem, weil eben auch immer wieder bekannte Gesichter in den Zuschauerrängen auszumachen sind. Dass es so gut wie immer schönes Wetter während des Umzugs ist, macht die Sache umso besser.

Wäre da nicht das nahende Ende der fünften – und schönsten – Jahreszeit. Doch auch dieses war und ist noch heute jeweils von Vorfreude geprägt. Wenn das Maskottchen von seinem Hochsitz geholt wird, von Fackeln umringt, begleitet von Guggenmusik, zum grossen Scheiterhaufen gebracht wird, kann ich mir einen Abschluss nicht schöner vorstellen. Das lodernde Feuer mitten im Dorf, welches das Ende der – zumindest damals doch auch strengen – Fasnachtszeit einläutete, ist, wie soll man es anders sagen, einfach schaurig schön.

Inzwischen ist es zwar auch bei mir etwas ruhiger. Und auch wenn ich seit neustem wieder mit einer Gugge unterwegs bin, darf der Höhepunkt meines «Krankheitsverlaufes» bezüglich Fasnachtsvirus definitiv in meinen Zwanzigern verortet werden.

Doch auch heuer habe ich es mir nicht entgehen lassen und war dabei, als endlich die Flammen loderten – und ich mich wieder ein Jahr lang auf den Fasnachtsstart freuen kann.

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