Das Freiamt soll ab in den Süden

Eine ganze Region kämpft für einen guten Anschluss an den öffentlichen Verkehr Richtung Zentralschweiz. Eine bessere Verbindung gibt es bereits ab dem 9. Juni – allerdings nur temporär.

Eddy Schambron
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Unter anderem entlang des Zugersees geht es mit der Bahn bequem und schnell in den Süden. (Bild: Dario Häusermann/PD)

Unter anderem entlang des Zugersees geht es mit der Bahn bequem und schnell in den Süden. (Bild: Dario Häusermann/PD)

Die Kommission öffentlicher Verkehr der drei Regionalplanungsverbände Oberes Freiamt, unteres Bünztal sowie Mutschellen-Reusstal-Kelleramt hat sie schon länger angekündigt – eine Kampagne für gute Bahnanschlüsse Richtung Süden. Jetzt ist es konkret so weit: Freiämterinnen und Freiämter werden aufgerufen, fleissig per Bahn in den Süden zu reisen und so zu dokumentieren, wie wichtig für die Region eine Verbindung in die Zentralschweiz und in den Süden ist. Die öV-Komission unter dem Präsidium von Fredy Zobrist realisiert, zusammen mit den SBB, eine entsprechende Werbekampagne.

Ab dem 9. Juni bis zum 12. Dezember 2020 fahren Reisende ab dem mittleren und südlichen Aargau via Freiamt-Rotkreuz rund eine halbe Stunde schneller, kostengünstiger und umsteigebequemer in die Zentralschweiz, das Tessin und nach Italien. Grund für diese grosse vorläufige Angebotsverbesserung ist die Sanierung der alten, eingleisigen Strecke Zug – Walchwil – Arth-Goldau, während welcher alle Schnellzüge Zürich-Gotthard-Tessin (und Italien) über den Zentralschweizer Knoten Rotkreuz verkehren und dort am gleichen Perron perfekte Anschlüsse ab/nach der Aargauer Linie S26 (Aarau-Lenzburg-Wohlen-Rotkreuz) herstellen. «Die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Aargau und speziell der Region Freiamt haben es nun in der Hand, ab dem 9. Juni mit zahlreichen Fahrten Richtung Süden das Bedürfnis nach guten Verbindungen dorthin in der Praxis zu zeigen, was auf Basis von Passagierzählungen direkt auch einen Einfluss auf das Angebot ab 2021 haben wird», hält die Kommission fest. Die Werbemassnahmen sind recht umfassend: Auf der Webseite www.ab-in-den-sueden.ch kann man sich von den besten Verbindungen und über zahlreiche attraktive Ausflugsziele animieren lassen. In Zeitungsartikeln und Interviews sollen diese Verbindungen zusätzlich publik gemacht werden. An den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und in den Gemeinden werden Plakate aufgehängt. Es werden spezielle Flyer mit Hinweisen für diese Verbindungen erstellt und unter die Leute gebracht. Vereinen und Schulen werden Reisen in diese Gegenden empfohlen, um so die Frequenzen zusätzlich zu erhöhen. Die Gemeinden werden schliesslich um Unterstützung in den lokalen Informationsschriften sowie um einen Hinweis bei der Reservation der Tageskarten auf der Website gebeten. Es gibt eine Zusammenarbeit mit der Facebook-Gruppe «Freiamt» und eventuell wird eine Leserreise mit einer regionalen Zeitung zu einer Baustellenbesichtigung organisiert, fasst die Kommission zusammen.

«Da dieses Angebot nur bis Ende 2020 gilt, hatten die SBB Bedenken betreffend der Nachhaltigkeit von Werbemassnahmen», hält Zobrist fest. Für die Einsetzung einer wenigstens teilweisen Anschlusslösung sei aber erfreulicherweise der Kanton Aargau besorgt: «Wenn die Top-Verbindungen ab dem 9. Juni einem Bedürfnis der Reisenden entsprechen, werde er bei den SBB ab 2021 je zwei schnelle RegioExpress-Zugspaare an Wochenenden von Olten/Aarau via Lenzburg-Wohlen nach Arth-Goldau bestellen – mit schlanken Anschlüssen ins Tessin, nach Italien, zur Gotthard-Bergstrecke, Richtung Sattel-Einsiedeln sowie auf die Rigi.» Die SBB planen deshalb, die Werbemassnahmen der Kommission öV Freiamt zu unterstützen: mit Spots und Popups beim Online-Fahrplan, Hinweis in den Newslettern, Werbebanner an den bedienten Bahnhöfen und einer Verteilaktion am Bahnhof Lenzburg und/oder Aarau.