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Das Gebiet Bösch in Hünenberg
soll attraktiver werden

Das Industriegebiet in Hünenberg hat Potenzial, müsste aber attraktiver gestaltet werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, welche der Verein Wirtschaftsregion Zugwest in Auftrag gegeben hat. Was fehlt, ist vor allem ein Zentrum mit Dienstleistungsangeboten.
Cornelia Bisch
Blick auf das Industriegebiet Bösch in Hünenberg.Archivbild: Stefan Kaiser (1. Juli 2015)

Blick auf das Industriegebiet Bösch in Hünenberg.Archivbild: Stefan Kaiser (1. Juli 2015)

Für die Gemeinde Hünenberg stellt das weitgehend überbaute Gewerbegebiet Bösch-Rothus einen wichtigen Arbeitsplatzstandort dar. Neben namhaften Firmen befinden sich hier auch kleinere Betriebe. Über die Hälfte der in Hünenberg vorhandenen Arbeitszonen liegt im Gebiet Bösch. Allerdings sind einige dieser Flächen zurzeit nicht verfügbar, was die Expansionsmöglichkeiten der ansässigen Firmen stark einschränkt. «Grosse Flächen werden fürs Parkieren genutzt», erklärt Regula Hürlimann, Gemeindepräsidentin und Präsidentin von Zugwest. «Die Parzellenstruktur ist für ein Arbeitsgebiet eher kleinteilig und die Zahl der Grund- und Stockwerkeigentümer hoch.»

Grosse, zusammenhängende Flächen besitzen die International School of Zug and Luzern sowie die Firma Agromont AG. Gemäss des Kantonalen Richtplans wäre im Bösch-Rothus aufgrund des ausgeschiedenen Verdichtungsgebiets insgesamt jedoch knapp das Doppelte an Gebäudevolumen möglich. «Eine effizientere Nutzung liegt sehr im Interesse der Gemeinde», betont Hürlimann.

Deshalb hat der Verein Wirtschaftsregion Zugwest die Firma Keeas Raumkonzepte Zürich mit der Erstellung einer Entwicklungsvision für dieses Gebiet beauftragt. Die Studie sollte konkrete Handlungsmassnahmen aufzeigen und auch auf anderen Arealen angewendet werden können. Sie ist nun abgeschlossen.

Befragung der Nutzer und Eigentümer

Einige Nutzer und Eigentümer von Immobilien im Gebiet Bösch-Rothus wurden im Rahmen der Studie interviewt. Dabei stellte sich heraus, dass die Zufriedenheit der heterogenen Gesellschaft sehr hoch ist. Gerühmt wurden die gute Anbindung für den motorisierten Verkehr und die zentrale Lage, was in Bezug auf die Erreichbarkeit von und für Kunden wie auch für die Arbeitnehmer von Vorteil sei. Auch äusserten sich die Befragten erfreut über eine mögliche Weiterentwicklung und Veränderung des Gebiets.

Probleme und Verbesserungswünsche wurden klar formuliert. «Der Aussenraum wird als unattraktiv empfunden, es gibt kaum wettergeschützte Aufenthaltsmöglichkeiten», erläutert Hürlimann. Kritisiert worden seien ausserdem fehlende Erweiterungsmöglichkeiten, die ÖV-, Parkplatz- und Verkehrssituation sowie der Mangel an Versorgungsangeboten wie beispielsweise einem Lebensmittelgeschäft, einer Poststelle oder einem Hotel. Lärmimmissionen, verwirrende Adressierungen und unklare Eigentumsverhältnisse der Strassen sowie mangelhafte Erschliessungsinfrastruktur und Verkehrssicherheit führen laut den Gewerbetreibenden ebenfalls zu Problemen.

Ein spürbares Zentrum schaffen

Die Fachleute der Firma Keeas Raumkonzepte schlagen als eine der wichtigsten Massnahmen vor, die heute fehlenden identitätsstiftenden Elemente sowie ein erkennbares Zentrum zu schaffen. Dies könnte mittels Zeltdach erreicht werden, welches die zentrale Strassenführung Bösch überspannen würde. «Dadurch würde ein geschützter Aussenraum im Kern des Gebiets entstehen, der für den Durchgangsverkehr gesperrt werden würde», führt Hürlimann aus. Die Vision sieht umgenutzte Schiffscontainer vor, die als Imbiss, Showroom, Arbeits- und Sitzungszimmer sowie kleine Gewerbeeinheiten dienen könnten. «Das durchmischte Angebot belebt den Zentrumsbereich, verleiht dem Gebiet als Ganzes Identität und Wiedererkennungswert und prägt damit auch das Image des Arbeitsgebiets positiv», heisst es in der Studie. Dies liesse sich relativ schnell, einfach und kostengünstig umsetzen.

Bezüglich der Verkehrssituation werden im Konzept zwei Punkte definiert, wo die Parkierung gesammelt werden und der Bus halten soll. Damit wäre das Gebiet mit zwei Anlaufstellen für die täglichen Besucher- und Pendlerbedürfnisse ausgestattet. Im östlichen Mobilitätspunkt gäbe es zusätzliche Sharingangebote. Dabei handelt es sich beispielsweise um (Elektro-)Velos, Autos, Roller und Elektro-Scooter. «Für die Wege innerhalb des Arbeitsgebiets würde das eigene Auto aufgrund dieser Alternativen nicht mehr benötigt werden», so Hürlimann. Auch das Angebot von Carsharing wäre denkbar für Angestellte, die Auswärtstermine wahrnehmen müssen, aber ohne eigenes Auto anreisen. Auf diese Weise könnte trotz künftiger Zunahme der Anzahl an Arbeitsplätzen das Verkehrsaufkommen im Rahmen gehalten werden.

Eine weitere Studie zeigt Synergien auf

Freigespielte Erdgeschossflächen würden teilweise bebaut und begrünt werden. «Damit würde sich die Aufenthaltsqualität im Arbeitsgebiet wesentlich verbessern und ein Teil der vom Kanton in Aussicht gestellten Verdichtungsmöglichkeiten genutzt werden», erklärt Regula Hürlimann. Ins Konzept eingebunden sind auch die beiden im Entstehen begriffenen Projekte im Bösch, die geplante Asylunterkunft und das neue Restaurant der Zuwebe.

Verein zur Förderung der Wirtschaft

Der Verein Wirtschaftsregion Zugwest vernetzt im Auftrag der Mitgliedergemeinden regionale Unternehmen aus Cham, Hünenberg und Risch. Er hat sich innert kurzer Zeit als bedeutende Wirtschaftsorganisation etabliert. Der Verein sorgt für eine effiziente Nutzung der Synergien, eine gemeinsame Standortprofilierung sowie die aktive Wirtschaftspflege. Im Sinne einer starken Wirtschaftsregion unterstützt der Verein Zugwest die Weiterentwicklung von Arbeitsgebieten. Er veranlasste aus diesem Grund die Ausarbeitung eines Modells für die gemeinsame Standortentwicklung und Aufwertung von Gewerbearealen. (cb)

Zusätzlich zur Gebietsentwicklung Bösch-Rothus hat der Hünenberger Gemeinderat der Firma Keeas den Auftrag für eine Potenzialanalyse im Arbeitsgebiet Moosmatt gegeben. «Die beiden Studien haben die notwendigen Handlungsschritte für die Entwicklung der beiden Arbeitsgebiete aufgezeigt», so Hürlimann. Mit der Umfahrung Cham-Hünenberg würden sie unweigerlich zusammenrücken. «Daraus könnten sich spannende Synergien ergeben.»

Als Erstes werde nun ein Eigentümerverein oder eine Interessengemeinschaft gegründet. Diese werde Ansprechpartnerin für die Gemeinde sein, hält Hürlimann fest. «Der Gemeinderat wird die Strassenplanung im Gebiet Bösch beurteilen und eine Übernahme prüfen.»

Im Frühling 2019 werde dann eine öffentliche Information über die Entwicklungsvision und das weitere Vorgehen stattfinden.

Hinweis
Die komplette Studie ist einsehbar unter www.zugwest.com/ Services/Downloads.

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