Das Gesicht unter dem grossen Einhornkopf

Das Tier prangt auf dem Dorfwappen von Hünenberg. Es spielt aber auch an der Fasnacht eine Rolle. Besonders für eine Zwölfjährige.

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Ihre Aufgabe findet Nina Wismer «mega cool». (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Ihre Aufgabe findet Nina Wismer «mega cool». (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Das Einhorn ist in Hünenberg allgegenwärtig. Es ist im Gemeindewappen verewigt und fungiert als Namensgeber von verschiedenen Gruppierungen und Vereinen. An der Fasnacht taucht das Einhorn im Eichezunft-Märli auf, wo es die wilde Eichefrässersau den erbosten Hünenbergern in die Fänge treibt. Und natürlich begleiten zwei Einhörner das Zunftpaar während der verrückten Tage. Unter einer dieser Verkleidungen steckt Nina Wismer. Die Zwölfjährige findet es «mega cool», die Zunft an den Umzügen im ganzen Kanton zu begleiten und das Einhorn zu spielen. «Schon immer wollte ich in diesem Kostüm an die Fasnacht.» Nina ist zum zweiten Mal dabei. Mitmachen kann sie noch nicht lange: «Ich war zu klein, der Einhornkopf fiel herunter. Aber jetzt freue ich mich riesig auf die Fasnacht.» Zwar sei es schon sehr heiss unter dem dicken Kopf, aber das nehme sie für den Spass gerne in Kauf.

Gewisse Parallelen

In der Mythologie gilt das Einhorn als schlau und scheu. Es steht als Symbol für das Gute, neigt aber auch zur Eitelkeit. Ob in Nina Wismer auch ein bisschen Einhorn steckt? «Ein bisschen glaube ich schon», meint sie.

Auch die Schwester würde gerne

Nina kann sich vorstellen, noch ein paar Jahre als einhörnige Zunftbegleitung anzuhängen. Und für die Zeit danach wüsste sie bereits eine Nachfolgerin: «Meine Schwester wäre auch gerne ein Einhorn. Noch ist sie aber zu klein dafür.» Dass Nina die Zunft wegen einer Guggenmusig verlässt, diese Möglichkeit besteht vorerst nicht. «Gefällt mir gar nicht», sagt sie ganz zum Unverständnis von Mutter Susanne: «Da kann ich Nina nicht verstehen, ich war 18 Jahre in einer Guggenmusig.»

Jonathan Furrer / Neue ZZ