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Zuger Firma wittert das grosse Geschäft mit dem schwarzen Gold aus Albanien

In der Zuger Wirtschaftswelt zeichnet sich ein ausserordentliches Ereignis ab. Denn die Transoilgroup AG plant im Herbst den Börsengang in London. Künftig soll die geförderte Erdölmenge in Albanien verzehnfacht werden. Da stellen sich noch ein paar Fragen.
Thomas Heer
Eine Öl-Pumpe in Bahrain. (Symbolbild Keystone)

Eine Öl-Pumpe in Bahrain. (Symbolbild Keystone)

So viel vorweg: Die Verantwortlichen der an der Zuger Industriestrasse 47 domizilierten Transoilgroup AG TOG sind alles andere als begeistert, dass dieser Artikel heute publiziert wird. So schreibt TOG-CEO Peter Krempin: «Ich weise Sie darauf hin, dass Sie diese Informationen nicht verwenden dürfen.» Krempin tönt dabei jene Dokumente an, die unserer Redaktion zugespielt wurden. In Bezug auf die Geschäftszahlen formuliert Krempin folgende Zeilen: «Zudem möchte ich noch einmal ausdrücklich festhalten, dass diese Jahresrechnung bislang nicht veröffentlicht wurde oder auflag und sie diese sowie auch andere in Ihrem E-Mail verwendete Informationen von jemandem erhalten haben, der gegen eine entsprechende Vertraulichkeitsvereinbarung verstossen hat.»

In dem angetönten E-Mail der Redaktion an Krempins Adresse drehte sich eine Frage um den in der TOG-Erfolgsrechnung 2017 ausgewiesenen Verlust in der Höhe von 5 574 868 Franken. Während des Telefongespräches vom Dienstag sagte Krempin, dieses Minus sei rein buchhalterischer Natur und fügte dann später noch schriftlich dazu, dieses sei «auf die anhaltende Ölkrise der letzten Jahre zurückzuführen». Das Minus sei kein Zeichen dafür, dass die TOG in irgendeiner Form schwächle. Krempin schreibt weiter: «Momentan sind mir die Hände gebunden, denn ich kann und will Ihnen nicht Informationen im Vorgriff auf die Generalversammlung geben.» Diese findet Ende Juni statt.

Ein Fall ist noch vor Bundesgericht hängig

Hingegen nimmt Krempin im Mail vom Mittwoch zu einem anderen am Vortrag besprochenen Punkt Stellung. Dabei geht es um einen Fall, der zurzeit noch am Bundesgericht hängig ist. Und zwar handelt es sich um die Forderung einer italienischen Erdölraffinerie, die gegenüber der TOG 4,5 Millionen Franken geltend macht. Dies werde aber, so Krempin, von seiner Firma bestritten. Er schreibt: «Der Ausgang des Verfahrens ist offen.»

Krempin bestätigt auch, dass die TOG im Herbst in London an die Börse möchte. Rund 100 Millionen Franken werden, so die Absicht, auf dem Kapitalmarkt generiert werden. Im Vorfeld des Börsenganges sollen zudem zirka 30 weitere Millionen Franken beschafft werden. Mit dem zusätzlichen Kapital will die TOG die heutige Fördermenge in Al­banien von täglich 1700 Fässern Öl auf ein Tagesvolumen von 20 000 Fässern hieven.

Wie bereits angetönt, ist die TOG schon heute damit beschäftigt Neuaktionäre zu finden. Als «Advisor», wie sich Jonas Anker im Gespräch selber bezeichnet, ist er in der Funktion als einziger Gesellschafter der Zürcher Anker Consulting GmbH auch für die TOG tätig. Er unterstützt diese im Bereich Investor Relations und Betreuung der Aktionäre. So schreibt Anker: «Die Gesamtbewertung für die Transoilgroup ­beträgt daher (einschliesslich der neuen Felder und Ventures) ­mindestens 600 Millionen oder 6 Franken je Aktie.» Anker stellt hingegen in Aussicht, dass die ­Aktie derzeit für 3 Franken zu haben sei. Ab einem Volumen von 100 000 Franken, sei der Titel gar für 2.40 Franken zu erstehen.

Finanzexperte Rolf Biland, Chief Investment Officer der VZ Asset Management AG in Zug, schreibt dazu: «In einer Phase kurz vor dem Plan, ein Unternehmen an die Börse zu bringen, sollen Aktien zu einem massiven Abschlag zum zu erwarteten Emissionspreis angeboten werden. Ein solches Vorgehen ist aus meiner Sicht nicht plausibel. Denn es liegt ja sicherlich im Interesse der Firma, für die Aktien einen möglichst guten Preis zu erhalten.» Es stelle sich die Frage, so Biland, was der Antrieb sein sollte, Firmenanteile so «unter Preis» zu veräussern?

Ist der genannte Aktienwert von sechs Franken völlig unrealistisch? Oder aber: Findet der Börsengang auch wirklich statt? Zweifel streut CEO Krempin gleich selber. Denn bei Durchsicht dieses Artikels betraf einer seiner Änderungswünsche genau diesen Punkt. Aus einem «wird» im Herbst an die Börse gehen, wurde ein «möchte».

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