Kommentar

Das Hin und Her um die Maturaprüfungen zeigt die Grenzen des Föderalismus

Das Gewurstel um die Maturaprüfungen im Pandemiejahr ist schlecht. Immerhin hat der Kanton Zug früher als andere Kantone kommuniziert an den schriftlichen Prüfungen festzuhalten.

Harry Ziegler
Drucken
Teilen
Harry Ziegler, Chefredaktor «Zuger Zeitung».

Harry Ziegler, Chefredaktor «Zuger Zeitung».

Bild: Stefan Kaiser

Die Zuger Maturandinnen und Maturanden werden schriftliche Maturaprüfungen ablegen müssen. Auf die mündlichen wird verzichtet, wie der Bildungsrat und der Regierungsrat entschieden haben. Es ist verständlich, dass sich die Maturandinnen und Maturanden gegen den Entscheid wehren, schriftlich geprüft zu werden. Sie hätten im Pandemiejahr – mit dem Wegfall der schriftlichen Prüfungen – das Maturazeugnis ohne grosse Abschlussprüfung erlangt. Unverständlich ist hingegen, dass hier auf eidgenössischer Ebene keine einheitliche Regelung möglich war.

Bundesrat und Erziehungsdirektorenkonferenz hätten eine solche zwar begrüsst, haben aber, wohl auch weil der Bundesrat seine Notrechtskompetenzen nicht noch weiter strapazieren wollte, den Kantonen den Entscheid über die Art der Durchführung überlassen. Resultat: ein Gewurstel. Immerhin offenbaren die Zentralschweizer Bildungsdirektoren eine einheitliche Linie.

Dem Zuger Bildungsdirektor muss zugutegehalten werden, dass bereits früh, anfangs April, kommuniziert wurde, die schriftlichen Maturaprüfungen durchführen zu wollen. Im Gegensatz dazu der Nachbarkanton Aarau, der seinen Entscheid erst letzte Woche fällte. Den Zuger Maturandinnen und Maturanden blieb somit eine etwas längere Vorbereitungszeit und sicher kein Grund zur Verwunderung, dass die Prüfungen nun tatsächlich stattfinden. Eines offenbart das Gewurstel auf jeden Fall. In Krisenzeiten stösst der Föderalismus an seine Grenzen.