Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Das höchste Aargauer Dorf feiert Geburtstag

Bettwil, das 613-Seelen-Dorf am Lindenberg wird 1125 Jahre alt. Diesen hohen Geburtstag feiert es heute mit zahlreichen Attraktionen, viel Musik und Genuss. Auch Auswärtige sind zum Fest eingeladen
Cornelia Bisch
Bettwil ist 1125 Jahre alt. (Bild: Werner Schelbert, 29. März 2017)

Bettwil ist 1125 Jahre alt. (Bild: Werner Schelbert, 29. März 2017)

Während andere Dörfer und Städte nur die vollen Jahrhunderte mit grossen Festivitäten begehen, feiert Bettwil gerne auch mal zwischendurch. «Wir fanden, dass man ruhig alle 25 Jahre ein schönes Dorffest feiern darf», so OK-Präsident Michel Greber. Also initiierte er als Mitglied der Kulturkommission vor zwei Jahren gemeinsam mit Marcel Huber und Marianne Weber das Jubiläumsfest 2018. Es findet heute Samstag statt und steht unter dem Motto «Bettwil stellt sich vor». «Wir verstehen das als Einladung an Auswärtige und Neuzuzüger, die Vereins- und Gewerbeangebote unseres Dorfes besser kennenzulernen», so Greber. Das OK hatte Gewerbetreibende sowie Vertreter von Vereinen, Kirche und Schule eingeladen, am Fest mitzuwirken. «Daraus hat sich dann unter anderem eine Gewerbeausstellung entwickelt», so Greber.

Aufmerksame Ausstellungsbesucher dürfen am Wettbewerb über das einheimische Gewerbe teilnehmen, bei dem es allerhand Nützliches zu gewinnen gibt. Der Sieger darf sogar im Helikopter über den Hallwilersee fliegen. Neben der Gewerbeausstellung gibt es aber auch viele andere Unterhaltungsangebote für Festbesucher jeden Alters. Der Familienkreis führt zweimal ein Puppentheater für die jüngsten Gäste auf, und die «Sprötzegruppe Bettwil» mobilisiert eine Handspritze, mit der man zum Weitspritz-Wettkampf antreten kann. Damit jedoch nicht genug, auch der schnellste Bettwiler wird am Jubiläumsfest erkoren.

Tanz, Theater und Mittelaltermarkt

Eröffnet wird der Festtag um 11 Uhr vormittags durch einen ökumenischen Gottesdienst in der Mehrzweckhalle, der von der Blockflötengruppe Bettwil musikalisch umrahmt wird. Anschliessend gibt sich auch die örtliche Musikgesellschaft die Ehre. Die Kirchgemeinde lädt am Nachmittag zu Führungen durch die in Renovation befindliche Kirche und erläutert die bereits vorgenommenen und noch geplanten baulichen Massnahmen.

Die Primarschule hat sich mit einer Projektwoche ganz besonders intensiv auf das Jubiläumsfest vorbereitet. «Es gab zwei Schwerpunkte», erklärt Schulleiter Rolf Fanton. «Einerseits beschäftigten sich die Kinder intensiv mit der Vergangenheit ihrer Heimatgemeinde.» Sie besichtigten historische Gebäude und Orte und erfuhren Einzelheiten über das Leben, die Sprache und die Traditionen ihrer Vorfahren. «Sie besuchten zum Beispiel den früheren Sportplatz und hielten dort eine Turnstunde ab.»

In einem zweiten Schwerpunkt befassten sich die Schüler mit Festvorbereitungen. «Es gab vier altersdurchmischte Gruppen, die verschiedene Angebote für die Besucher vorbereiteten», so Fanton. Es wurden Volkstänze einstudiert, ebenso wie ein Schauspiel, in dem Szenen dargestellt werden, wie sie sich während des Mittelalters in Bettwil abgespielt haben könnten. «Wieder andere Schüler bereiteten Spiele von anno dazumal vor wie beispielsweise das Tannzapfenspiel. Diese können am Nachmittag ausprobiert werden», erzählt der Schulleiter. Eine vierte Gruppe stellte verschiedene historische Artikel her für einen kleinen Mittelaltermarkt. «Es gibt zum Beispiel Bretzel zu kaufen, die mit einem Bretzeleisen hergestellt wurden, oder handgefertigte Seifen.» Man darf gespannt sein. Ein Festführer informiert umfassend über Angebot und Veranstaltungszeiten. Darin enthalten sind auch einige Geschichten und Anekdoten, an die sich ältere Bettwiler noch erinnern.

Wie sich die Feuerwehr blamierte

«Im Jahr 1950 brannte ein Wohnhaus im Dorf», erzählt Emil Weibel in der Festschrift. Man habe sich in der Hitze des Gefechts und wegen der Lage des Hauses dazu entschlossen, die Löschleitung in umgekehrter Richtung als üblich zu legen. «Zu seinem Entsetzen merkte der Hydrantier, dass er den Schlauch nicht am Hydranten anschrauben konnte», schreibt der Autor. Bis die Leitung schliesslich bereit gewesen sei, habe es nicht mehr viel zu löschen gegeben. Eine folgenschwere Blamage für die Feuerwehr, deretwegen sie noch lange belächelt worden sei.

Hinweis: Download der Festschrift unter www.bettwil.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.