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Zugs hölzernes «Tor zur Weststadt»

HINGESCHAUT: Platz nehmen und schauen: Die Installation «Blou Pa Dins» gewährt Ausblicke und weckt neue Eindrücke.
Andreas Faessler
Markant und prägend: die beiden Holztribünen «Blou Pa Dins» auf der ehemaligen Bahnschlaufe. (Bild: Patrick Hürlimann, Zug, 8. November 2019)

Markant und prägend: die beiden Holztribünen «Blou Pa Dins» auf der ehemaligen Bahnschlaufe. (Bild: Patrick Hürlimann, Zug, 8. November 2019)

In den vergangenen Jahren hat sich die Stadt Zug wiederholt um die Wahrnehmung von Kunst im öffentlichen Raum verdient gemacht und erfolgreiche und viel beachtete Projekte umgesetzt. «Genova – Zugo», «Lost in Tugium», «Reactivate! Art in Public Space» oder «Herrliche Zeiten» waren solche städtischen Aktionen, die wohl vielen Zugern noch ein Begriff sind. Mehrere anlässlich dieser Projekte entstandenen Kunstobjekte und Installationen sind geblieben und prägen bis heute das Zuger Stadtbild und die Peripherie.

An dieser Stelle fassen wir ein markantes Überbleibsel des Freiluft-Ausstellungsprojektes «Herrliche Zeiten» von 2014 ins Auge, welches mittlerweile zu einer Art symbolischem Bindeglied zwischen der inneren Stadt und der Hertiallmend geworden ist. Fast wie ein angedeuteter Torbogen stehen sich an der General-Guisan-Strasse auf der ehemaligen Bahnschleife zwei Holzbauten gegenüber. Zwischen ihnen verläuft – eingeschnitten im ehemaligen Trassee – der Fuss- und Radweg vom Aabachkreisel zur Bossard Arena. Es sind zwei dreistufige Tribünen aus Fichtenholz, die sich hier auf der historischen, heute renaturierten Schleife direkt gegenüberstehen. Die Holzkörper messen knapp 3,5 mal 2,5 mal 3 Meter. Besonders prägend ist das jeweils grosszügige Dach, welches ausgehend vom rückwärtigen Holzkörper die Tribünenstufen schräg abfallend überspannt. Mit ihren geraden Linien und geometrisch eher strengen Formen zitieren die Holztribünen die umliegende Architektur im stark urban geprägten Quartier, stehen aber in ihrer rustikalen Materialität gleichzeitig auch deutlich im Kontrast zur angrenzenden Bebauung.

Still und stumm laden die beiden exponierten Holzobjekte ein, auf ihnen Platz zu nehmen und einfach zu verweilen oder in der Rolle des Zuschauers das Geschehen auf dem Fahrweg zu beobachten.

Inbild von Ruhe und Rast

Die Holzinstallation mit dem bemerkenswerten Titel «Blou Pa Dins» war 2014 der Beitrag zu «Herrliche Zeiten» des Zürcher Künstlerkollektivs CKÖ. Davon ausgehend, dass es neue Plätze wie der Zuger Arenaplatz tendenziell schwer haben, genutzt und belebt zu werden, sollen die zwei Tribünen symbolisch neue Ausblicke und Eindrücke ermöglichen und auch Inbild von Ruhe und Rast sein an einem Ort, wo ständig Bewegung, Tempo und Verkehr herrschen.

Die Köpfe hinter CKÖ – Georg Krummenacher, Daniel Lütolf und Sara Widmer – bündeln ihre unterschiedlichen Kreativitäten im Kollektiv. Ihre Werke stehen immer in einem engen Kontext zu Raum und Architektur, sie loten Wirkung und Wahrnehmung aus, konzipieren ihre Installationen jedoch stets so, dass sie auch losgelöst vom Ort ihrer Bestimmung bestehen können.

«Blou Pa Dins» ist als Leihgabe an die Stadt Zug deklariert und gilt somit als temporäre Installation. Wie lange die beiden Holztribünen noch das «Tor zur Weststadt» bilden, wird sich weisen.

Hinweis
Mit «Hingeschaut» gehen wir wöchentlich Fundstücken mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach.

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