Das ist schlicht beschämend

Zum Thema Auslandshilfe der Stadt Zug

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An der letzten Sitzung des Grossen Gemeinderates der Stadt Zug wurde ein Entscheid gefällt, der leider in der Berichterstattung der Medien zu kurz kam. Während Jahren hat das Zuger Stadtparlament mit Überschüssen aus der Jahresrechnung Beträge für die Auslandshilfe reserviert. Ausgerechnet im Jahr mit dem wohl grössten Überschuss aller Zeiten darf nun kein einziger Franken ins Ausland fliessen. Dies ist schlicht skandalös.

In der Stadt Zug finden reiche Menschen aus aller Welt einen Platz, um hier ihre Steuern zu zahlen. Hier wird mit Rohstoffen gehandelt, wie sonst nirgends in der Schweiz. Millionengewinne werden hier versteuert, statt in den armen Ländern, wo die Menschen die anstrengende und oft gefährliche Arbeit verrichten. Nicht unser schöner See oder die grünen Hügel sind der Grund dafür, dass immer mehr Geld zu uns fliesst, sondern der tiefe Steuersatz, der seit Jahrzehnten nur noch in eine Richtung geht.

Wir wollten schon im vergangenen Jahr ein Zeichen setzen und verlangten, dass vom Überschuss eine Million Franken ins Ausland zurückfliessen soll. Dies wäre gerade mal ein Drittel Prozent der gesamten Steuereinnahmen gewesen. Unser Antrag wurde damals abgelehnt. Dieses Jahr hat man es nun gar fertiggebracht, die Auslandshilfe ganz zu stoppen. Nicht ein einziger Franken darf dorthin zurückfliessen, wo ein grosser Teil des Geldes herkommt, wo Hilfe bitternötig ist. Grosse Schweizer Hilfswerke mit jahrzehntelanger Erfahrung, die bisher von Zeit zu Zeit von der Stadt einige tausend Franken für die dringende Hilfe im Süden erhalten haben, gehen nun leer aus. Dies ist schlicht beschämend.

Stefan Hodel, Gemeinderat, Fraktion Alternative-die Grünen CSP