Das Kirchenzentrum ist ganz in teuflischer Hand

Es ist ein völlig ungewohnter Anblick: In den heiligen Hallen des «Chilematt» in Steinhausen treiben sich «gfürchige» Gestalten herum.

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Spiel und Spass am Steinhauser Kinderball. (Bild: Maria Schmid/Neue ZZ)

Spiel und Spass am Steinhauser Kinderball. (Bild: Maria Schmid/Neue ZZ)

Der Fantasie sind am Kinderball der Fasnachtsgesellschaft keine Grenzen gesetzt: Vom Mini-Panda auf Mamis Schultern über wilde Piraten, Cowboys und Engel bis zu rothaarigen Pippis gibt es alles.

Gewusel am Boden

Im Foyer wird Sophie (7) noch schnell von ihrem Vater – dem Gemeindeleiter Ruedi Odermatt, der jetzt aber als alter König auftritt – mit brauner Farbe in eine Giraffe verwandelt. Etwas scheu umklammert ein kleiner Pirat (2) fest die Hand der Mutter. «Er hat sich selber dieses Kostüm gewünscht, obwohl er das ganze Jahr über am liebsten ein Feuerwehrmann ist», erzählt sein Mami, bevor die beiden im Saal verschwinden, wo ein grosser Clown mit den Kindern herumtollt. Dort packt ein Tiger gerade einen kleinen Buben, und ein tapferes Mini-Pippi versucht, ihn zu retten. Die drei Zehnjährigen, Simona, der teuflische Engel, das Blumenkind Nina und der Zirkushund Sara haben nur eins im Sinn – sie möchten zur lockeren Partymusik tanzen.

Bild: Maria Schmid/Neue ZZ
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Bild: Maria Schmid/Neue ZZ
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Das steht den meisten ein- bis zehnjährigen Fasnächtlern jedoch weniger im Sinn. Sie sausen lieber herum, beschmeissen Kollegen – und vor allem die Mamis müssen dran glauben – mit Konfetti, oder sie entrollen bergeweise Luftschlangen. Das grosse Gewusel findet am Boden statt. Schon die Kleinsten sammeln mit den Händen begeistert die bunten Tupfer ein, während ihre Mütter zuschauen oder im Foyer einen Schwatz bei Café und Kuchen geniessen. Karin Sylejmani und Daniela Cabrilo haben keine Angst. «Unsere Kinder geniessen es hier einmal ohne uns», sind sie überzeugt.

Höhepunkt ist der Auftritt der Guggenmusig Guggalla, die den Oberteufel, Steivater Bruno Beck, begleitet. Erst jetzt geht es so richtig rund in der Halle. Die Polonaise führt quer durch die Räume, kleine und grosse Maskeraden schliessen sich an. Der kleine Teufel Joel (10) gehört zum Hofstaat des Regenten. «Manchmal steckt schon ein Teufel in mir, aber heute bin ich nett.»

Monika Wegmann / Neue ZZ