Leserbrief
Das kostet den Steuerzahler Millionen

«Wie Zürich das Tessin täuschte», Ausgabe vom 17. April

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Was ich kürzlich über die mafiösen Machenschaften in unserem sogenannten Rechtsstaat bezüglich der Behandlung des Vierfachmörders Günther Tschanun las, ist eine schallende Ohrfeige. Als scheinbar naive und ehrliche Bürgerin warte ich seit mehr als zwei Jahren auf einen Entscheid der Invalidenversicherung. Bei mir und tausenden andern Menschen in der Schweiz läuft das IV-Verfahren komplett anders ab. Ich habe mein Leben lang gearbeitet, Steuern bezahlt und bin keine Gesetzesbrecherin. Unverschuldet durch einen Arztfehler kann ich nicht mehr als 100 Meter gehen und leide unter chronischen Schmerzen.

Die IV verlangt Berichte über Berichte der behandelnden Ärzte. Wenn Sie nun denken, dass dies zu einem Entscheid führt, sind Sie genau so blauäugig wie ich. Nein, die Ärzte und ich stehen unter Generalverdacht. Ich könnte ja simulieren, wir könnten unter einer Decke stecken. Es werden polydisziplinäre Untersuchungen angeordnet, die den Steuerzahler pro Jahr Millionen kosten. Diese privaten Institute sichern sich ihre Aufträge mit Entscheiden zugunsten der IV (siehe dazu auch den Bericht in der März-Ausgabe des «Beobachters»).

Ich bin zwei Jahre vor der Pensionierung, kann nicht mehr laufen und leide unter unerträglichen Schmerzen. Ich frage mich: Wie komme ich zu einem zeitnahen und gerechten IV-Entscheid?

Carmen Prandina, Steinhausen