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Das Museum Burg Zug erweitert seinen Fundus

Das Museum erwirbt eine Kunstsammlung aus namhaftem Haus. Allein durch den ideellen Wert der teils hochkarätigen Exponate mit starkem Zuger Bezug erfüllt das Museum eine wichtige identitätsstiftende Aufgabe.
Andreas Faessler
Museumsdirektor Marco Sigg ist glücklich über den Erwerb der Sammlung Luthiger. Dazu gehören Gemälde aus den letzten vier Jahrhunderten. (Bilder: Stefan Kaiser (Zug, 3. Oktober 2018))
Etwa das Gemälde vom Weinmarkt, das von C. A. Luthiger 1842 gemalt wurde und die Zuger Neugasse zeigt.
Diese Zeichnung zeigt das Haus an der Neugasse, in dem sich später die Drogerie Luthiger befand.
Zur Sammlung gehört auch eine Tafel mit Wappen von Zuger Bürgerfamilien und Zuger Gemeinden.
Und eine Ofenkachel von 1770 mit dem Allianzwappen Keiser
Auch historische Kirchenbankschilder verschiedener Zuger Familien sind dabei.
Oder Marken des 6. Zuger Kantonalschiessens 1932.
Und dieses besondere Laternenbild, dass die Sicht auf den Zuger See zeigt.
8 Bilder

Das Museum Burg Zug erweitert seinen Fundus

Über 170 Jahre lang lag die Drogerie Luthiger an der Neugasse und ist als traditionsreiches Familienunternehmen ein wichtiger Teil der Geschichte Zugs geworden. Das Museum Burg Zug wollte sich dieses wichtige Stück Geschichte sichern und übernahm im Jahre 2000 die historische Einrichtung der Drogerie. Sie ist heute originalgetreu eingerichtet im Museum als Teil der Dauerausstellung zu besichtigen. Die Luthigers sind eine fest in Zug verankerte Familie, die im 18. Jahrhundert wichtige politische und militärische Ämter besetzte und im 19. und 20. Jahrhundert insbesondere im Zuger Bürgertum und Gewerbe hohes Ansehen genoss.

Die Luthigers waren seit jeher kunstaffin und hatten ein Faible für Sammelwürdiges, insbesondere für Objekte, die mit der Familie sowie mit ihrer Heimat Zug in Verbindung stehen. Die Hinterlassenschaft der Zuger Familie ist umfangreich. Zu umfangreich für die Nachkommen, so dass sie sich an das Museum Burg Zug wandten, um dem Museum einen Teil der Sammlung anzubieten, weil der Aufwand für Pflege und Hortung des gesamten Fundus zu aufwendig geworden ist. «Da wir ja bereits Objekte aus der Sammlung Luthiger besitzen, wussten wir in etwa, was uns erwartet», sagt Museumsdirektor Marco Sigg. «Und bevor diese für Zug kulturhistorisch wertvolle Sammlung am Ende in alle Winde verstreut wird, haben wir uns entschieden, einen grossen Teil davon zu übernehmen.» Das sei auch ganz im Sinne der Luthigers gewesen. Der Ankauf konnte schliesslich aus dem Museumsfonds und mit finanzieller Unterstützung durch die öffentliche Hand und Private getätigt werden.

«Eine hochkarätige Sammlung»

«In der Folge haben wir die Sammlung begutachtet und nach bestimmtem Kriterien eine erste Inventaraufnahme gemacht. Wir haben gewichtet nach Zuger Geschlechtern und Motiven, nach Zustand sowie der Möglichkeit zur Ergänzung unseres Bestandes», erklärt Sigg. «Wir erachten die Sammlung als hochkarätig.»

Die Selektion umfasst mehrere Objektgruppen wie Gemälde und Zeichnungen, Stiche, Fotografien, Alben und Familienandenken, Möbel, Religiosa, Spielzeug, Textilien, Zinnobjekte und Exponate aus der einstigen Drogerie. Über 40 Ölgemälde aus dem 17. bis 20. Jahrhundert hat sich das Museum ausgesucht. Das Besondere an ihnen: Bis auf zwei Ausnahmen sind sowohl Maler als auch die abgebildete Person bekannt. Bekannte Zuger Künstler wie Joseph Stocker, Karl Joseph Keiser oder Joseph Martin Benedikt Brandenberg haben Mitglieder angesehener Zuger Familien porträtiert: solche der Muos, Moos, Luthiger, Müller, Merz Küng, Brandenberg, Zurlauben, Landtwing, Bossard oder Wickart.

Kuriose Raritäten und seltene Veduten

Neben den klassischen Sammelobjekten finden sich zahlreiche Kleinodien, Kuriosa und Besonderheiten. Etwa ein kleiner ovaler Schirm aus sehr dünnem Leder, auf dem sich bei Lichteinfall eine romantisch verklärte Ansicht des Alten Zug zeigt – ähnlich einer Lithophanie. Seltene Zuger Veduten in Form von Stichen und Zeichnungen, diverse Devotionalien, Zunftzeichen, Kirchenbankschilder, historische Haushaltsutensilien, reichhaltige Foto- und Postkartensammlungen sowie Nippes unterschiedlicher Couleur bilden das Sammelsurium, welches gleich eine ganze Archivwand füllt. Einige der Exponate sind bereits in der Buchreihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz» aufgelistet und abgebildet.

Aufwendige Inventarisierung

Aktuell sind die Objekte aus dem Haus Luthiger im Eingangsdepot des Museums eingelagert und harren ihrer Dokumentierung. «Das ist ein zeitaufwendiger Prozess», weiss Marco Sigg aus Erfahrung, ist aber fest entschlossen, die wertvolle Aquisition nicht einfach nur als Erweiterung des bestehenden Fundus zu deklarieren, sondern sie auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. «Sei dies im Rahmen einer thematischen Ausstellung im Museum oder in einer digital zugänglichen Form.» Wie lange das dauern werde, sei eine Frage des Aufwandes – und der sei erfahrungsgemäss erheblich. Sämtliche Objekte werden fotografisch dokumentiert und akribisch inventarisiert. «Das gilt jetzt nicht nur für die neu erworbene Sammlung, sondern grundsätzlich für den gesamten Fundus», präzisiert Marco Sigg. Heisst, dass die Museumsdatenbank auch rückwirkend aufgearbeitet und somit den heutigen Ansprüchen entsprechend erfasst wird. Vieles sei noch immer in altmodischer Weise registriert – in Kärtchenform und in Schubladenfächern.

Der Aufwand ist aber notwendig, und er lohnt sich. Marco Sigg: «Wir erhalten viele Anfragen von interessierten Leuten, die nach etwas Bestimmtem recherchieren. Um dies effizient bearbeiten zu können, sind wir auf eine moderne Inventarisierung angewiesen.»

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