Das Open-Air-Kino am Zugersee trumpft mit einem erfreulichen Mix auf

Das Zuger Open-Air-Kino bietet ab dem 27. Juli einen Film-Querschnitt, der andere Angebote ergänzt.

Marco Morosoli
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In diesem Jahr gilt auch beim Open-Air-Kino, dass die besten Gäste diejenigen sind, die Abstand wahren.

In diesem Jahr gilt auch beim Open-Air-Kino, dass die besten Gäste diejenigen sind, die Abstand wahren.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 17. August 2016)

Nach dem verordneten Stillstand wegen der Coronapandemie startet das Open-Air-Kino auf dem Europaplatz in Zug am 27. Juli. «Rocketman» (21.30 Uhr) ist dann auf Grossleinwand zu sehen. Im Zentrum des Films steht der britische Musiker Elton John. In «Rocketman» ist unter anderem Jamie Bell zu sehen. Der Brite hat vor 20 Jahren im Tanzfilm «Billy Elliot – I Will Dance» für Furore gesorgt.

Bis am 2. September sind insgesamt 37 Kinofilme zu sehen. Kassenschlager sind nicht darunter. Das mögen einige bedauern, es hat aber etwas Gutes: Es sind auch kleinere Produktionen im Zuger Open-Air-Kino zu sehen. In diese Kategorie gehört sicher der Dokumentarfilm «Das geheime Leben der Bäume» (28. Juli, 21.30 Uhr). Der Wald hat gerade in den Zeiten von Corona eine neue Bedeutung erhalten. Der Wald bietet Ruhe. Doch bereits sind Konzepte in Ausarbeitung, die helfen sollen, dass der Mensch den Wald nicht übermässig stresst.

Ein Oscar-Abräumer ist ebenfalls darunter

Einen Besuch wert ist auch der Spielfilm «Bruno Manser – Die Stimme des Urwalds» (30. Juli, 21.30 Uhr). Der Schweizer reiste zu einem Stamm auf der indonesischen Insel Borneo. Nachdem die Regierung unter Präsident Suharto grosse Flächen des Urwalds auf der Insel freigab, begann sich Manser für seine Gastgeber zu wehren. Seit Mitte 2000 fehlt vom Schweizer Menschenrechtsaktivisten jede Spur.

Auch der oscarprämierte Überraschungsfilm des laufenden Jahres, «Parasite» (2. August, 21.30 Uhr), hat im Programm des Zuger Open-Air-Kinos einen Platz gefunden. «Parasite» zeigt die Geschichte einer südkoreanischen Familie, welche in Armut lebt, sich aber Schritt für Schritt nach oben arbeitet. Dabei greift die Familie auf nicht salonfähige Methoden und faustdicke Lügen zurück.

Franz Bachmann, von der Kino Luna AG in Luzern, welcher für die Programmation des Open-Air-Kinos verantwortlich ist, bezeichnet den deutschen Film «Das perfekte Geheimnis» als seinen Favoriten Nummer 1. Die Geschichte dieses eigentlichen Salonspiels ist einfach gestrickt. Freunde treffen sich und vereinbaren, dass während des Abends jegliche Unterhaltungen mit dem Smartphone für alle einsehbar sind. Eine Erwähnung wert ist sicher auch der Schweizer Film «Moskau einfach», welcher am 6. August, 21 Uhr, zu sehen ist. Vor der Vorstellung ist Mike Müller, einer der Schauspieler in dieser Produktion, zu Gast in Zug.

Kino mit Herz gibt es am 10. August 2020 beim Film «Little Woman» (21 Uhr) zu sehen. Der Roman von Louisa May Alcott ist unter Drehbuchautoren beliebt. Das Gerüst ist bekannt. Herzschmerz gibt es reichlich. Die Schauspieler machen auch einen guten Job. Genau das Richtige, um für kurze Zeit die Welt um sich herum zu vergessen. Alles in allem bietet das Zuger Open-Air-Kino abwechslungsreiche Kost. Da es mittlerweile in Zug auch noch ein Autokino gibt und auch im «Gotthard» und im «Seehof» sehr gute Filme in Serie zu sehen sind, hat der Kinogänger fast schon die Qual der Wahl. So viel Kino war in Zug schon lange nicht mehr.