Das Quartier Guthirt erhält ein neues Verkehrskonzept

Ein hochkarätiges Gremium stellte sich den Fragen der Bewohner des Zuger Quartiers. Dabei gab es kritische Voten.

Hansruedi Hürlimann
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Die Vertreter des Quartiervereins mussten angesichts des Besucheraufmarsches an der Informationsveranstaltung zum Gebiet Guthirt am Mittwoch, 20. November, zusätzliche Stühle bereitstellen. Präsident Franz Strub zeigte sich erfreut über das grosse Interesse und stellte dem Publikum die Referenten vor. Den Auftakt machte Gular Miller, Projektleiterin V-Zug Immobilien AG, mit der Vorstellung des Hochhausprojekts Pi, welches das Erscheinungsbild des Quartiers dereinst stark prägen wird.

Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt der Duplex Architekten AG aus Zürich sei städtebaulich wie architektonisch etwas Einmaliges, sagte Miller in ihren Ausführungen, die sie mit Visualisierungen untermauerte. Pi wird demnach nicht nur das höchste Holzhaus im Kanton sein, es ermöglicht mit dem Einbau von Gemeinschaftsräumen in sogenannten Piazzas auf mehreren Ebenen «ein neues gemeinschaftliches Erleben der Bewohner». Auf 27 Geschossen entstehen insgesamt 199 Wohnungen von unterschiedlicher Grösse, davon 173 im preisgünstigen Segment. Davon sollen vor allem Bewohner profitieren, die im bestehenden Mehrfamilienhaus wohnen, das der Pensionskasse der V-Zug gehört und dem Neubau Platz machen muss.

Eine Bewohnerin wollte denn auch wissen, was mit ihr in der Zwischenzeit geschehe. Laut Gular Miller hat die Pensionskasse ein Konzept erarbeitet und steht den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite.

Die Tangente Zug/Baar als wichtiges Datum

Im zweiten Teil kam das «neue Verkehrssystem Quartier Guthirt» zur Sprache. Eliane Birchmeier stellte als Bauchefin zusammen mit den Fachleuten das Projekt vor, das in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. «Das Ziel ist ein lebenswertes Quartier», sagte die Stadträtin und verwies auf die Workshops, zu denen auch Vertreter des Quartiervereins eingeladen worden waren.

Ein wichtiges Datum ist in diesem Zusammenhang die Eröffnung der Tangente Zug/Baar im Jahr 2021. Dereinst soll die Industriestrasse als Hauptachse des Quartiers vom Durchgangsverkehr weitgehend befreit werden, um Lärm und Immissionen zu senken. Schmalfahrbahnen mit Tempo 30-Zonen und Quartierlinks, Grünzonen mit Aufenthaltsqualität sowie Wege für den Langsamverkehr waren als Stichworte zu hören, die mit Plänen illustriert wurden. Die wohl wirksamste Massnahme dürfte die angedachte Sperre des Lüssiweges für den privaten Motorfahrzeugverkehr sein.

«Bleiben wir vorerst bei den kleinen Schritten»

In der anschliessenden Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, dass gerade dieser Vorschlag auf grosse Skepsis stiess. Anwohner berichteten zudem von rücksichtslosen Automobilisten, die bestehende Massnahmen zur Temporeduktion ignorierten und mitunter sogar aufs Trottoir auswichen. «Wir sind auf solche Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, auch wenn sie unangenehm sind», sagte Roland Stahl, der für die Abteilung Siedlung und Verkehr im Quartierverein zuständig ist. Weitere Voten galten der Verkehrssicherheit für Schulkinder, vor allem im Bereich des Schulhauses Guthirt. In diesem Zusammenhang kam auch die Schulhausplanung der Stadt aufs Tapet, wobei der Umstand gerügt wurde, dass die Kinder vom Guthirt zum Turnunterricht ins Loreto zügeln müssten.

Franz Strub unterstrich am Schluss das gute Einvernehmen des Quartiervereins mit der Stadtverwaltung und ihren Planern sowie den Vertretern der V-Zug. Er ist zuversichtlich, dass sie bei der weiteren Planung und der Realisierung der verschiedenen Vorhaben mitreden können. «Bleiben wir vorerst bei den kleinen Schritten», sagte er und meinte damit diejenigen Verbesserungen, die ohne grossen Aufwand realisiert werden können. Dazu findet man vier anschauliche Beispiele in der jüngsten Ausgabe des Informationsmagazins des Quartiervereins Guthirt Zug.