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Totalsperre am Zugersee: Das SBB-Umleitungskonzept steht jetzt

Die Beschwerde gegen den geplanten Doppelspurausbau am Zugersee-Ostufer ist immer noch beim Bundesgericht hängig. Jetzt haben die SBB wenigstens schon mal einen Ersatzfahrplan, der bei einer Totalsperre gültig wäre.
Marco Morosoli
Die Stadtbahn Zug beim Bahnhof Walchwil. (Bild: Stefan Kaiser)

Die Stadtbahn Zug beim Bahnhof Walchwil. (Bild: Stefan Kaiser)

Die SBB haben im vergangenen Jahr die Produktion des umfassenden Schweizer Kursbuchs mit allen Bahnen, Bussen und Schiffen eingestellt. Das gewichtige Werk ist ein Opfer des Internets geworden, wo Verbindungsanfragen schnell beantwortet werden. Die Organisation Pro Bahn und der Verkehrsclub der Schweiz sind jedoch in die Bresche gesprungen und haben dem Bahnfahrplan in gedruckter Form ein zweites Leben eingehaucht. Das Werk hat für das laufende Jahr 2137 Seiten.

Die zweite Ausgabe dürfte bereits gewichtiger werden. Die Fahrplannummern 600 und 660 weisen für den Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 den doppelten Umfang als üblich aus. Einen Angebotsausbau wird es allerdings nicht geben. Die Ursache liegt darin, dass die SBB einen Fahrplanentwurf (www.fahrplanentwurf.ch) vorgelegt haben, wie die Staatsbahn verfahren würde, wenn das Feld für die von ihr geplanten Arbeiten am Ostufer des Zugersees freigeräumt wäre. Bekanntermassen ist beim Bundesgericht in Lausanne eine Beschwerde der IG Neat Zug hängig, welche die im Nordkopf des Bahnhofs Walchwil geplante Verlängerung der Doppelspur verhindern will.

Totalsanierung nach 120 Jahren ist angezeigt

Die Kosten für die Verlängerung der Doppelspur in Walchwil und die kompletten Streckensanierungen zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau nach 120 Jahren bezifferten die SBB 2013 auf rund 180 Millionen Franken (Sanierung rund 100 Millionen Franken, Doppelspurausbau in Walchwil 80 Millionen Franken). Die Streckenverlängerung zwischen dem Weiler Freudenberg und Rotkreuz (30 Millionen Franken) ist bereits in Betrieb.

Bereits dreimal haben die SBB in Bezug auf die Bauarbeiten am Zugersee Ostufer den Halte­knopf drücken müssen. Gleichzeitig mit dem gestern veröffentlichten Fahrplanentwurf für den kommenden 9. Dezember ist noch das Verkehrsregime aufgeschaltet, wenn die Schnellzüge in den und vom Süden während der Totalsperre am Zugersee-Ostufer über Rotkreuz umgeleitet werden müssen. Dieser Ersatzfahrplan würde ab dem 9. Juni 2019 gelten. Immer vorausgesetzt, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein für die SBB positives Urteil vorliegt.

In ein solches Ersatzfahrplan-Szenario ist auch der Kanton Zug eingebunden, da durch die Totalsperre zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau der öffentliche Verkehr nach Walchwil und weiter südwärts geregelt werden soll. Die S2 (Baar Lindenpark – Erstfeld) würde nämlich nicht über den Ennetsee umgeleitet. Der Busfahrplan der Linie 5 (Zug – Walchwil) muss angepasst werden. Dieser Ersatzfahrplan ist jetzt auf den Websites der Zugerland Verkehrsbetriebe (www.zvb.ch) wie auch des Amtes für öffentlichen Verkehr des Kantons Zug aufgeschaltet worden. «Wenn ein Entscheid kommt, dann sind wir bereit», sagt Hans-Kaspar Weber. Er ist Leiter des Amtes.

Die Eurocity «halten» in Rotkreuz nicht

Was bei den umgeleiteten Zügen im Fahrplanentwurf schnell erkennbar ist: Der Zeitverlust durch die Umleitung über Rotkreuz, wo die Züge eine Spitzkehre machen, macht bis nach Bellinzona laut dem Fahrplanentwurf gegenüber dem aktuellen Fahrplan rund 15 Minuten aus. Die Wende im Bahnhof Rotkreuz «verbraucht» dabei nur gerade fünf Minuten. Keine Wendezeit in Rotkreuz erkennbar ist bei den Eurocity-Zügen von und nach Mailand. Diese «fliegen» aber nicht etwa nach Arth-Goldau, sondern es bleiben in Rotkreuz einfach die Zugtüren geschlossen.

Ein Nadelöhr wechselt die Seite

Sportlich erscheinen auch die Zugfolgezeiten im Bahnhof Zug. Zu den vier Stadtbahnen, zwei Interregio-Zügen würden noch zwei Gotthard-Züge pro Stunde kommen. Allfällige Verspätungen könnten sich bei diesem gedrängten Fahrplan schnell negativ bemerkbar machen. Die Perrons haben einfach andere Ziffern.

Dass die SBB just jetzt mit einem Ersatzkonzept für den Nord-Südverkehr aufwarten, liegt wohl darin begründet, dass sich für die weiterhin geplanten Bauarbeiten am Zugersee-Ostufer ein letztes Zeitfenster öffnet, um die Arbeiten zeitgleich mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels zwischen Giubiasco und Lugano Ende 2020 beenden zu können. Dieser Durchstich verkürzt die Fahrt in das Südtessin um weitere zehn Minuten gegenüber heute.

Was bei einer allfälligen Streckensperre zwischen Zug und Arth-Goldau oftmals vergessen geht: Es hängen noch weitere Vorhaben davon ab. So muss, um das Ersatzkonzept in Rotkreuz bewältigen zu können, im Ennetsee ein Perron verlängert werden. Ebenso stehen noch Anpassungen im Bahnhof Arth-Goldau an. Die im dortigen Bahnhof angedachten Bauarbeiten konnten bis dato noch nicht in Angriff genommen werden.

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