Oberrüti: Das Schauspiel wird mit Kurzfilmen ergänzt

Die Theatergruppe steht mit «Die schwebende Jungfrau» zum 40. Mal auf der Bühne. Am 4. Januar steigt die mit Spannung erwartete Premiere in der Mehrzweckhalle.

Eddy Schambron
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Franz Traube (Rolf Mösch), Theodor Stock (Peter Meier) und Koni Rebe (Carlo Mattmann), von links, befinden sich in einer schwierigen Situation. (Bild: Eddy Schambron)

Franz Traube (Rolf Mösch), Theodor Stock (Peter Meier) und Koni Rebe (Carlo Mattmann), von links, befinden sich in einer schwierigen Situation. (Bild: Eddy Schambron)

Ein «richtiges» Jubiläum ist es nicht, wie der Präsident der Theatergruppe Oberrüti, Jürg Guhl, sagt, aber die 40. Aufführung ist trotzdem ein Grund, etwas Spezielles auf die Bühne zu bringen. Im Schwank «Die schwebende Jungfrau» fliessen deshalb Filme und Schauspiel auf der Bühne zusammen. Der Schwank, ursprünglich von Franz Arnold und Ernst Bach verfasst, wurde stark von Regisseur Beni Kreuzer bearbeitet und umgeschrieben. Premiere ist am 4. Januar.

Alle Aussenszenen in diesem Dreiakter sind filmisch eingefangen, das Theater selber spielt im Weinkeller des Grosshändlers Traube. Insgesamt sind es vier kurze Filmsequenzen, die das Theater begleiten, alle professionell gedreht. «Es war ein erheblicher Aufwand, dafür die Texte zu schreiben», lacht Beni Kreuzer, der zum siebten Mal in Oberrüti Regie führt.

So ein Theater gab’s in Oberrüti noch nie

Überhaupt hat er das Stück von Franz Arnold und Ernst Bach, das er schon seit 40 Jahren in seinem Archiv lagert und für das sich kein Verlag mehr zuständig sieht, grundlegend neu geschrieben. «In dieser Form hat die Theatergruppe Oberrüti noch nie ein Stück auf die Bühne gebracht», erklärt Kreuzer, «aber ich denke, als 40. Aufführung kann man das Wagnis eingehen und etwas Aussergewöhnliches versuchen.»

Zwölf Spielerinnen und Spieler stehen auf der Bühne, schon das ist eine Herausforderung und verlangt nach einer entsprechenden Vorlage. Eine weitere ist das Bühnenbild: Viktor Weber und sein Team bauen einen stimmigen Weinkeller in die Mehrzweckhalle. Versprochen wird der Einblick in ein ziemlich chaotisches Leben der Familien Traube, Rebe und Stock.

Mit einem vertauschten Koffer beginnt alles

Das Stück «Die schwebende Jungfrau» spielt in einer grossen Weinhandlung. An dieser ist der Senior mit seiner Frau sowie der Schwiegersohn mit seiner Frau beteiligt. Der Seniorchef tritt altershalber kürzer, weshalb der Schwiegersohn für den Export und Verkauf zuständig ist. Der Seniorchef, ein alter Schwerenöter, möchte jedoch trotzdem zweimal im Jahr aus dem trauten Heim ausbrechen und so lässt er sich mit einer fingierten Einladung zu einem Weinkunden einladen.

Er nutzt diesen «geschäftlichen» Ausflug, um seinen amourösen Abenteuern nachzugehen. Aber es sind, wie immer, die blöden Zufälle, die zu Problemen führen. Ida Traube findet im Kittel ihres Schwiegersohns Koni Rebe ein kompromittierendes Foto einer jungen Dame. Die junge Frau Rebe wiederum entdeckt seltsame weibliche Gegenstände in der Reisetasche ihres Mannes bei der Rückkehr von der Geschäftsreise.

Die beiden Frauen, misstrauisch geworden, lassen Rebe von einem Privatdetektiv beobachten. Nur: Es wird der Falsche beschattet. Das führt zu dramatischen Vorgängen in der Familie. Zu allem Unglück lässt sich auch der Schwager, der am Gängelband seiner Frau lebt, zu einem solchen Ausflug verführen. Die «schwebende Jungfrau», die eigentlich nicht mehr schwebt, spielt in diesem Verwirrspiel eine ungewollt wichtige Rolle. Für gehörige Turbulenzen auf der Oberrüter Bühne ist gesorgt, für die Qualität des Schauspiels erfahrungsgemäss ebenso.