Das Sportkomplex «On your marks» in Cham ist schon jetzt ein Magnet für die Sportwelt 

Die Verantwortlichen des Kompetenzzentrums für Spitzenathletik OYM in Cham planen derzeit fürs Eröffnungswochenende Ende März.

Marco Morosoli
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Beim OYM («On your marks = auf die Plätze») an der Knonauerstrasse in Cham ist der Innenausbau bereits im vollen Gange.

Beim OYM («On your marks = auf die Plätze») an der Knonauerstrasse in Cham ist der Innenausbau bereits im vollen Gange.

Bild: Matthias Jurt (Cham, 17. Januar 2020)

Der EVZ-Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Strebel hat derzeit kaum eine ruhige Minute. Ursache dafür ist aber nicht der sportliche EVZ-Bereich. In diesem Segment sind die Zentralschweizer aktuell wie geplant unterwegs. Jedoch das neue Sportleistungszentrum OYM an der Knonauerstrasse in Cham hält ihn auf Trab. Dieses lässt Strebel als Privatmann bauen.

Die offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten des 100 Millionen Franken teuren Sportkomplexes «On your marks» (OYM) sind am letzten März-Wochenende geplant. Damit sich die Besucher nicht auf den Füssen herumstehen, greifen Hans-Peter Strebel und sein Team auf ein System zurück, das mittlerweile in vielen Museen auf der Welt praktiziert wird. Wer das OYM einmal von innen ansehen will, kann sich ab dem 24. Januar auf der OYM-Website www.oym.ch für einen sogenannten Time-Slot ein Gratis-Ticket sichern. Alle sechs Minuten zieht eine Gruppe von rund 50 OYM-Interessierten los. Am Samstag (28. März, 10 bis 15 Uhr) und am Sonntag (29. März, 10 bis 18 Uhr) kann das OYM besichtigt werden.

Hans-Peter Strebel rechnet damit, dass es mit diesem System gelingen wird, an beiden Eröffnungstagen insgesamt zwischen 10000 bis 15000 Besucher durch den Sportkomplex zu führen. Damit dies gelingen kann, ist Pünktlichkeit ebenso gefragt wie Disziplin.

Besucher aus Kanada, Russland und Nordeuropa

Hans-Peter Strebel

Hans-Peter Strebel

Die zahlreichen Führungen durch den Trainingspalast haben bewirkt, dass sein Bauherr Hans-Peter Strebel nunmehr jeden Winkel im Gebäude blind findet. Noch bevor die ersten Athleten, es sind die Spieler der U18-Eishockey-Nationalmannschaft, die Infrastruktur des OYM nutzen, ist das Interesse an der Sportstätte sehr gross. Hans-Peter Strebel sagt: «Die Ausstrahlung des OYM ist in der Sportwelt jetzt spürbar.» So erzählt Strebel, dass schon Besucher aus Kanada, Russland, Finnland, Schweden, Norwegen, Deutschland, Österreich und der Schweiz sich vor Ort orientiert hätten. Sie seien allesamt überwältigt gewesen. Etwas in dieser Art gäbe es auf der ganzen Welt nicht. Auch die Klickraten der OYM-Website zeigten ihm, so Strebel, wie gross das Interesse an der Sportstätte ist.

Alles in allem sagt Hans-Peter Strebel:

«Es ist hundertmal verrückter, als wir uns dies vorgestellt haben.»

Die Eisfläche ist schon bereit. Erster Nutzer: Hans-Peter Strebel. Er habe eine Torhüterausrüstung getragen und sei vom EVZ-CEO Patrick Lengwiler und EVZ-Sportchef Reto Kläy auf dem Eis getestet worden. «Ich war hinterher völlig fertig», gibt Strebel freimütig zu und fügt an: «Dabei ist die Goalie-Ausrüstung seit der Jahrtausendwende um zehn Kilogramm leichter geworden.» Auch die Eisverkleinerungsvorrichtung, um die nordamerikanischen Masse zu erreichen, hat laut dem OYM-Erbauer funktioniert. Strebel sagt: «Ich habe die Zeit gestoppt, bis die schmalere Eisfläche bereit war. Nach drei Stunden und zehn Minuten war alles erledigt.

Eisabrieb hilft anderswo, die Luft zu kühlen

Für den Abrieb der Eisaufbereitung haben die OYM-Macher einen nützlichen Verwendungszweck gefunden, wie Strebel sagt: «Mit dem Eis kühlen wir den Athletikbereich.» Dort soll konstant eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius herrschen. Auf dem OYM-Dach ist zudem eine Fotovoltaikanlage installiert worden. Sie deckt rund einen Fünftel des vom OYM verbrauchten Stroms ab.

Sukzessive und nach einem kurz getakteten Ablaufplan kommen die Lieferungen für die verschiedenen Gerätschaften beim OYM an. Der Glasboden in der Turnhalle funktioniert schon. In den nächsten Tagen liefern Logistiker die 280 Geräte für den 3000 Quadratmeter grossen Kraftraum an. Wie Strebel betont, kommen nur solche Geräte ins Haus, welche den hohen wissenschaftlichen Anforderungen genügen. So kommen Gerätschaften der verschiedensten Anbieter zusammen.

Der EVZ-Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Strebel kommt zwar noch nicht so schnell zur Ruhe jedoch der Vollendung seines Lebenswerks immer näher. Von seinem Bürotisch in Luzern aus hat er freie Sicht auf den Pilatus. In seinem OYM-Büro in Cham hofft Strebel bald auf Inspiration durch den Anblick der Rigi. Der Königin der Berge. Strebels Büro hat den Charakter einer Schiffsbrücke. Das passt. Denn auch nach der Eröffnung des OYM-Sportkomplexes laufen bei Hans-Peter Strebel weiterhin sämtliche Fäden zusammen.

Alles Wissenswerte zum OYM finden sie auf www.oym.ch