Das Stadion Brühl in Muri bekommt einen Kunstrasen

Die Gemeindeversammlung hat dem Kredit von 2,1 Millionen Franken deutlich zugestimmt.

Toni Widmer
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Die Gemeindeversammlung fand im Klosterhof unter freiem Himmel statt.

Die Gemeindeversammlung fand im Klosterhof unter freiem Himmel statt.

Bild: Toni Widmer

Eigentlich sollte der FC Muri längst auf Kunstrasen trainieren können. Die Gemeindeversammlung hat im November 2018 ein entsprechendes Projekt auf dem Bachmatten-Areal gutgeheissen. Doch in der Ausführungsplanung kam die grosse Überraschung: Der Baugrund erwies sich als schwierig, für die Sanierung wäre mit Mehrkosten von mindestens 1,3 Mio. Franken zu rechnen gewesen.

Zusammen mit den Verantwortlichen des Fussballclubs suchte der Gemeinderat nach einer neuen Lösung und erarbeitete ein Alternativprojekt, über das die Gemeindeversammlung am Donnerstag befinden konnte. Dem Vorhaben, das auf 2,1 Millionen Franken veranschlagt ist, hat die Versammlung deutlich zugestimmt. Statt einen zusätzlichen Trainingsplatz mit Kunstrasen auf dem Areal Bachmatten wird jetzt das Stadion Brühl auf Kunstrasen umgerüstet. Weil das grosse Fussballfeld so intensiver genützt werden kann, erhöhen sich die Trainingskapazitäten entsprechend und dem FC Muri, dessen erste Mannschaft die letzte Saison in der 2. Liga Inter auf dem ersten Platz beendet hat, ist geholfen.

Der seltsame Auftritt des Ex-Kanzlers

Die Opposition zum Projekt kam von überraschender Seite. Erich Probst, der 2019 pensionierte, langjährige Kanzler und Geschäftsführer der Gemeinde Muri, griff die Behörde in einem seltsam anmutenden Votum an und warf ihr fehlende Abklärungen und mangelnden Sachverstand vor. Probst zog das Gutachten zur Bodenbeschaffenheit in der Bachmatten in Zweifel und gab sich überzeugt, dass sich das ursprünglich geplante Kunstrasenprojekt dort problemlos und ohne Mehrkosten realisieren liesse. Gemeinderat und FC müssten nur wollen. Dazu muss man wissen, dass Probst an jenem Projekt nicht nur als Kanzler, sondern auch als ehemaliger FC-Präsident entscheidend mitwirkte. Es war ein Schuss ins Leere – die Unterstützung aus der Versammlung blieb dem in Muri nach wie vor geachteten Ex-Gemeindeschreiber weitgehend verwehrt.

Nicht rund gelaufen ist es in Muri in den letzten Jahren mit der städtebaulichen Entwicklung des Bahnhof-Areals. Dort wird seit 2010 geplant, es gab einen Investorenwettbewerb und einen neuen Gestaltungsplan. Doch dieser hat sich als nicht umsetzbar erwiesen und ist vom Gemeinderat sistiert worden. Mit einer Testplanung sollen nun die städtebaulich besten (und umsetzbaren) Lösungen für Bahnhof- und Busbetrieb sowie eine attraktive Wohn- und Gewerbeüberbauung gefunden werden. Die Planung, für welche die Gemeindeversammlung 620000 Franken bewilligt hat, beinhaltet mehrere Planungsschritte und soll bis 2024/25 in einen neuen Gestaltungsplan münden.

Genehmigt worden sind an der Gemeindeversammlung auch die Rechnung 2019, die Teilrevision des Reglements über die Finanzierung von Erschliessungsanlagen sowie die Integration des Betreibungsamtes in die Gemeindeverwaltung. Durchgeführt wurde die Versammlung streng nach Coronaregeln unter freiem Himmel im Klosterhof.