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Interview

«Immobilieneigentümer sollten die Laufzeiten ihrer Hypotheken staffeln und das Tiefzinsumfeld dafür nutzen»

Ende 2021 wird der Referenzzinssatz Libor eingestellt. Nachfolger wird der Saron. Alex Müller, Chief Investment Officer der Zuger Kantonalbank, erklärt, was es damit auf sich hat.
Raphael Biermayr

Alex Müller, haben sich Ihre Einschätzungen betreffend die allgemeine Zinslage im letzten Jahr als zutreffend erwiesen?

Die Zinsen waren im letzten Jahr historisch tief. Wie von uns erwartet hat dieser Umstand das ganze Jahr angehalten.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Wir haben in der Schweiz aktuell immer noch historisch tiefe Zinsen. Wir gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die kurzfristigen Zinsen auf absehbare Zeit im negativen Bereich halten wird.

Worin besteht die Herausforderung der Nationalen Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze der Schweizerischen Nationalbank bei der Umstellung von Libor auf Saron genau? Worin besteht sie für die Banken?

Die Herausforderungen liegen vor allem bei bestehenden Verträgen, die eine Laufzeit über das Jahr 2021 hinaus aufweisen. Saron und Libor sind unterschiedliche Konstrukte. Die nationale Arbeitsgruppe ist an der Erarbeitung von Lösungen. Diese werden in den nächsten zwei Jahren eingeführt.

Alex Müller, Chief Investment Officer der Zuger Kantonalbank

Alex Müller, Chief Investment Officer der Zuger Kantonalbank

Wie hoch ist der Anteil an Libor-Hypothekennehmern bei der Zuger Kantonalbank im Vergleich zu Festhypothekennehmern?

Nur wenige unserer Kundinnen und Kunden nutzen das Angebot einer Libor-Hypothek.

Welche Vorteile machen Sie im Saron anstelle des Libors als Berechnungsgrundlage für den Referenzzins aus? Gibt es auch Nachteile?

Als positiv erachten wir die Tatsache, dass der Saron auf effektiven Abschlüssen in Schweizer Franken basiert. Herausfordernd aus heutiger Sicht ist, dass sich die Definition längerer Zinssätze schwierig gestaltet. Dieser Umstand dürfte aber bis zur Einführung gelöst werden.

Wird der Saron auch als Referenzzinssatz für andere Bereiche dienen?

Ja, wie der Libor in der Vergangenheit wird auch der Saron in vielen Anwendungsgebieten eingesetzt; dies beispielsweise bei der Konstruktion von strukturierten Produkten oder als Vergleichsindex bei ­Anlagefonds. Das Feld hier ist sehr breit.

Was geschieht mit bestehenden Libor-Hypotheken, die über das Jahr 2021 hinausreichen?

Es ist davon auszugehen, dass der Libor- und der Saron-basierte Terminsatz sich annähern werden. Deshalb dürfte diese Umstellung für die Kunden unproblematisch sein.

Was empfehlen Sie einem Immobilieneigentümer, der zum jetzigen Zeitpunkt eine neue Hypothek abschliessen möchte? Worauf soll er achten?

Wichtig sind immer der langfristige Gedanke und die Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen und der persönlichen Zukunftspläne. Grundsätzlich sollten Immobilieneigentümer die Laufzeiten ihrer Hypotheken staffeln und das Tiefzinsumfeld dafür nutzen, langfristig zu amortisieren. So kann man vom Tiefzinsumfeld profitieren und gleichzeitig für die Tragbarkeit im Alter vorsorgen.

Bietet die Zuger Kantonalbank gegenwärtig noch die Möglichkeit, neue Libor-Rahmenverträge abzuschliessen?

Ja, mit Rahmenlaufzeit bis maximal 2 Jahre.

Bietet die Zuger Kantonalbank bereits Saron-Produkte an oder arbeitet solche aus?

Nein, wir bieten diese Produkte noch nicht an. Wir prüfen zurzeit jedoch, ob wir ein Nachfolgeprodukt anbieten werden.

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