Wohnmobil beim Brüggli blockiert fünf Parkplätze

Mit dem Polizeiband und den fünf Parkplätzen, die er zum Parkieren benötigt, fällt er auf: Der Wohnwagen beim Brüggli. Möglicherweise steht ein Todesfall mit ihm in Verbindung.

Zoe Gwerder
Drucken
Teilen
Dieses Wohnmobil steht seit mehreren Monaten beim Brüggli. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. Mai 2019))

Dieses Wohnmobil steht seit mehreren Monaten beim Brüggli. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. Mai 2019))

Auf den Parkplätzen im Brüggli am Zugersee steht seit vergangenem Herbst ein Wohnmobil. Über fünf Parkplätze hinweg ist das weisse Ungetüm abgestellt. Ein Ärgernis – insbesondere an Wochenenden mit schönem Wetter, wenn der Parkplatz stark frequentiert ist. Auffällig am Wohnmobil ist das Polizeiband, welches die Türen des Wagens absperrt. Zwischenzeitlich waren auch mal Bussen unter den Scheibenwischern – bevor das Polizeiband da war, melden Passanten unserer Zeitung.

Weitere Recherchen ergaben, dass es sich beim alleinigen Eigentümer des Unternehmens, auf welches das Fahrzeug registriert ist, um einen deutschen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in Knonau handelt. Auf ihn sind im Handelsregister des Kantons Zug insgesamt sieben Unternehmen eingetragen. Alle Unternehmen haben ihr Domizil an derselben Adresse an der Baarerstrasse in Zug. Von keinem der Unternehmen existiert eine Website und nur eines ist auch mit Telefonnummer eingetragen.

Ein Anschluss existiert aber nicht mehr. Die noch aktiven Geschäftspartner sind ausnahmslos Personen, die ihren Wohnsitz in Deutschland, Österreich und Dänemark haben. Einer dieser Geschäftspartner wurde gemäss einem ehemaligen Mitarbeiter mit Hilfe eines internationaltätigen Inkassobüros gesucht – erfolglos. Beim grösseren Teil der Unternehmen ist der mutmassliche Eigentümer des Wohnwagens alleine eingetragen.

Doch das Absperrband der Polizei könnte möglicherweise darauf hindeuten, dass ein Todesfall untersucht wird. Denn eine Person, die als Geschäftspartner eingetragen ist, gab an, dass der Unternehmer im Februar dieses Jahres verstorben sei. Angesprochen auf das Wohnmobil sagte die Person ausweichend, dass das ganze Eigentum des Unternehmers an die Ehefrau übergegangen sei.

Die Polizei hält sich bedeckt

Zu den entsprechenden Fragen, ob die Todesnachricht stimme und wenn ja, ob das Wohnmobil auf einen Todesfall untersucht werde, gab es mit Verweis auf den Persönlichkeitsschutz von der Zuger Polizei keine Antwort.

Todesfall oder nicht, noch immer blockiert der Wohnwagen fünf Parkplätze im Brüggli. Grundeigentümerin ist die Korporation Zug. Wie von dieser zu erfahren ist, wird das Land aber unentgeltlich der Stadt zur Verfügung gestellt. Stadtrat Urs Raschle hat Kenntnis vom Fall. «Anfangs ist das Mobil gar nicht gross aufgefallen, weil auf den Brüggli-Parkplätzen im Winter oft Camperbusse stehen.»

Im Brüggli gib es noch keine Parkgebühren. «Erst später haben wir gemerkt, dass bei diesem Wohnwagen etwas anders ist.» Gemäss Raschle kann die Stadt nicht viel gegen den Camper unternehmen. «Wir haben es der Polizei gemeldet. Diese klärt den Fall ab.»

Gemäss der Zuger Polizei wurden schon diverse Abklärungen zum Wagen gemacht. Mediensprecherin Judith Aklin erklärt, dass der Camper auf öffentlichem Grund stehe, aber nicht verkehrsbehindernd abgestellt sei. «Weil die Situation störend, aber nicht sicherheitsrelevant ist, hat die Zuger Polizei den Camper bisher nicht abschleppen lassen. Vielmehr wurde versucht, den Fahrzeughalter mehrfach zu kontaktieren.»

Dieser sei aber nicht erreichbar gewesen, weshalb die Polizei Personen aus dem Umfeld kontaktiert habe. «Diese betrachten sich teilweise aber als nicht verantwortlich für den Camper.» Beziehungsweise seien Versprechungen, das Fahrzeug wegzuschaffen, nicht eingehalten worden. «Die Zuger Polizei prüft derzeit, ob das Fahrzeug abgeschleppt werden kann und wem die Kosten dafür verrechnet werden können.»