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Die Chamer wollen keine Kiesgrube

Die Gemeindeversammlung vom Montagabend sprach sich deutlich gegen die vom Kanton geplante Kiesgrube Hatwil/Hubletzen aus. Der geplante Fuss- und Radweg Kirchbühl wird realisiert.
Cornelia Bisch
Das Areal Hatwil/Hubletzen stellt ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Gemeinde dar. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 14. März 2018))

Das Areal Hatwil/Hubletzen stellt ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Gemeinde dar. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 14. März 2018))

An der Gemeindeversammlung in Cham wurde über sämtliche Vorlagen heftig diskutiert. Letztlich wurden jedoch alle Geschäfte grossmehrheitlich angenommen. Vor allem eines wurde deutlich: Man will keine neue Kiesgrube.

Eine solche soll, wenn es nach dem Willen des Kantons geht, auf dem Landstrich Hatwil/Hubletzen entstehen. Der Kantonsrat kann das Gebiet für den Kiesabbau im Richtplan festsetzen, ohne dass das Volk gefragt wird. Nachdem jedoch bereits die Gemeinde Cham sich gegen die Pläne des Kantons ausgesprochen hatte, folgten am 8. März auch die Chamer Ortsparteipräsidenten, ebenso wie die ortsansässigen Kantonsräte mit der Motion «Kein Kiesabbau Hatwil-Hubletzen».

Diese wurde nun am Montagabend von den 182 anwesenden Stimmbürgern als erheblich erklärt. Gemeinde und Bürgern liegt vor allem der Schutz der Landschaft am Herzen. Diese liege innerhalb des Bundesinventars der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) sowie im kantonalen Landschaftsschongebiet und in der gemeindlichen Landschaftsschutzzone, führte Gemeinderat Rolf Ineichen aus. «Aufwand und Ertrag stehen bei diesem Vorhaben im Missverhältnis», ist er überzeugt. Für ihn entspricht der heute getätigte Kiesabbau nicht den Grundsätzen eines haushälterischen Umgangs mit vorhandenen Ressourcen. «Der effektive Kiesabbau liegt um 34 Prozent über dem im Richtplan anvisierten Wert», stellte Ineichen fest. Es werde zudem deutlich mehr Kies exportiert als importiert.

Ihrer Sorge um die mögliche Verschandelung der Landschaft durch den Bau und Betrieb der Kiesgrube gaben auch einige Bürger Ausdruck, ebenso wie Kantonsrat Hans Baumgartner (CVP). «Unsere Landreserven sind nicht unerschöpflich», betonte er. Baumgartner befürchtet zudem eine Gefährdung des Grundwassers. «Im Ebnetwald haben wir noch genug Kiesreserven. Aber wir müssen damit haushälterisch umgehen und den Export eindämmen.»

Als Befürworter der neuen Kiesgrube Hatwil/Hubletzen traten der ehemalige Gutsverwalter des Klosters Frauenthal, Sebastian Meier, und der Chamer Gewerbevereinspräsident Erich Herzog auf. «Ich habe schon Musterbeispiele gelungener Rückbauten gesehen», so Meier. Dies sei absolut möglich, ebenso wie der Schutz des Grundwassers. «Die Betreiberfirma würde sich ja wohl nicht für diesen Ort als Abbaugebiet interessieren, wenn dies nicht rentabel wäre», argumentierte er.

Ein neuer, sicherer Fuss- und Radweg

Der aufgrund einer Petition provisorisch angelegte «Erikaweg» sei inzwischen zu einem häufig begangenen, sicheren Spazier- und Schulweg geworden, führte Gemeinderat Markus Baumann aus. Der Weg wird nun definitiv zu einem drei Meter breiten, kombinierten Fuss- und Radweg mit öffentlicher Beleuchtung ausgebaut und sogar über die Schulanlage Röhrliberg hinaus bis zur Rigistrasse weitergeführt.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger akzeptierten den dafür veranschlagten Kredit von 315500 Franken trotz Zusatzanträgen von Claudio Meissner des Kritischen Forums (KriFo Alternative), der eine teilweise Trennung von Rad- und Fussweg, eine Begradigung des Wegs sowie eine Reduktion der Steigung vorgeschlagen hatte.

Die Beschlüsse

Folgendes wurde an der Gemeindeversammlung beschlossen:
Das Protokoll der Versammlung vom 4. Dezember 2017 wurde genehmigt;
Die Jahresrechnung 2017 wurde genehmigt;
Die Teilrevision des Behördenreglements wurde genehmigt;
Der Planungs- und Baukredit für den Fuss- und Radweg Kirchbühl
wurde genehmigt;
Die Motion der SVP «Prüfung der Buslinienführung Nr. 42 bis Bahnhof Knonau» wurde erheblich erklärt;
Die Motion der Kantonsräte und Parteipräsidenten «Kein Kiesabbau Hatwil-Hubletzen» wurde erheblich erklärt;
Die Motion «Cham braucht ein Baumschutzgesetz» wurde nicht erheblich erklärt. (red)

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