Baar: Das Wirtepaar im «Baarbürgli» kann bleiben

Der Streit mit den Vermietern der Baarer Beiz konnte beigelegt werden. Die Öffnungszeiten bleiben aber ein Knackpunkt.

Rahel Hug
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Mike Schwarz und Janette Luginbühl sind froh, dass sie weiterhin in Baar wirten können. (Bild: Maria Schmid, Baar, 25. Oktober 2019)

Mike Schwarz und Janette Luginbühl sind froh, dass sie weiterhin in Baar wirten können. (Bild: Maria Schmid, Baar, 25. Oktober 2019)

Das «Baarbürgli» an der Marktgasse 14 in Baar ist eine der letzten richtigen «Chnellen» im Kanton. Eine urchige Beiz, die Mike Schwarz und Janette Luginbühl mit Leidenschaft führen. Noch im Sommer sah es für das Wirtepaar aber nicht gut aus. Wie die beiden gegenüber dem Online-Portal Zentralplus sagten, gab es Probleme mit der Vermietung. Weil diese von ihnen verlangt habe, bereits am Morgen um 8 Uhr aufzumachen, sei es zum Streit gekommen. Auf Facebook schrieb Mike Schwarz: «Unsere Vermieter wollen uns mit allen erdenklichen und unerdenklichen Mitteln aus dem ‹Baarbürgli› ekeln.» Man sei deshalb auf der Suche nach einem neuen Lokal.

Inzwischen scheinen die Wogen zumindest ein bisschen geglättet. Am Donnerstag fand eine Verhandlung vor der Schlichtungsbehörde statt, wie Mike Schwarz auf Anfrage erklärt. «Beide Seiten haben den Vorschlag angenommen, und wir können nun für die nächsten viereinhalb Jahre bleiben.» Der Gastronom ist erleichtert: «Das Lokal ist für uns eine Herzensangelegenheit. Wir wären sehr traurig gewesen, wenn wir das Feld hätten räumen müssen.» Das Paar führt die «Raucherbeiz», in der auch Deftiges wie Kutteln oder Kalbskopf auf den Teller kommt, seit Mai 2014. «Die Reaktionen unserer Gäste im Sommer waren heftig. Das ganze Dorf hat sich gefragt, was los sei. Viele waren empört über das Verhalten der Vermietung.»

«Es ist nicht mehr wie vor 30 Jahren»

Die Situation mit den Eigentümern des Lokals sei aber nach wie vor angespannt, berichtet Schwarz. «Wir gehen uns aus dem Weg.» Der Grund: Das Thema der Öffnungszeiten sei nach wie vor nicht abschliessend geklärt. Die Schlichtungsbehörde habe sich dazu nicht geäussert, es falle nicht in ihre Zuständigkeit. «Die Vermieter möchten nach wie vor, dass wir um 8 Uhr öffnen», so der Wirt. Das rentiere aber nicht. «Es ist nicht mehr wie vor 30 Jahren, als die älteren Leute und die Arbeiter ihren Kaffee noch in der Beiz getrunken haben.» Inzwischen gebe es mehrere Bäckereien in der näheren Umgebung, es bestehe keine Nachfrage am Vormittag. «Zudem sind viele unserer älteren Stammgäste gestorben.»

Schwarz und Luginbühl, die keine Angestellten haben und nur bei grösseren Anlässen mit Aushilfen arbeiten, haben sich deshalb im Sommer 2018 entschieden, ihr Lokal in der warmen Jahreszeit um 11.45 Uhr und im Winter um 16 Uhr zu öffnen. Dafür sind sie nachts bis um 2 Uhr für ihre Gäste da. «Wir sind eine Abendbeiz, dann läuft etwas bei uns.» Die Bewilligung der Gemeinde, bis um 2 Uhr offen zu haben, habe der Gastrobetrieb schon seit 1998. Mike Schwarz hofft nun, dass der Streit um die Öffnungszeiten bald ein Ende findet.

Die Eigentümer des Hauses waren für eine Stellungnahme telefonisch nicht erreichbar.