Ade, Heissluftballon: Das wohl grösste Zuger Wappen ist nicht mehr zu sehen

Der Heissluftballon mit der weiss-blau-weissen Bemalung war oft am Himmel zu sehen gewesen. Jetzt hat er nach 20 Jahren ausgedient – zumindest in der Schweiz.

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Fast 400 Passagierfahrten hat der Ballon hinter sich. (Bild: PD)

Fast 400 Passagierfahrten hat der Ballon hinter sich. (Bild: PD)

Mit seinen imposanten 33 Metern Höhe und einem Volumen von 5100 Kubikmeter war der Heissluftballon mit der Registration HB-QEE kaum zu übersehen. Fast 400 Passagierfahrten hat der Pilot Benny Elsener in den letzten 20 Jahren durchgeführt. Pro Fahrt konnten bis zu fünf Fahrgäste zusteigen und je nachdem zwei bis sechs Stunden in der Luft bleiben. «In all den Jahren sind über 1400 Passagiere im Korb gestanden», sagt der Stadtzuger.

Auffallend war der Ballon auf jeden Fall. Die Hülle trug ein 1340 Quadratmeter grosses Zuger Wappen und war mit einem aufgemalten Sonnenuntergang verziert. Da ist es naheliegend, dass der Heissluftballon den Namen «Typisch Zug» trug.

Doch der Ballon ist langsam in die Jahre gekommen. «Die Hülle lässt langsam nach, der Stoff ist nicht mehr so dicht», erklärt Benny Elsener. «Dadurch entgeht dem Ballon viel Wärme während der Fahrt und man braucht mehr Gas, um den nötigen Auftrieb zu bekommen. Jedoch ist wichtig zu wissen, dass der Ballon immer sicher war.» Laut Elsener müssen Heissluftballone in der Schweiz jedes Jahr die Hülle auf die Reisfestigkeit prüfen lassen. Auch die letzten Gäste seien natürlich unter sicheren Umständen gefahren.

Zuger Wappen wirbt in Zukunft im Ausland

Der Heissluftballon ist jedoch noch nicht ganz Geschichte, er wird sogar weiterhin genutzt – und zwar in Litauen. Momentan befindet sich der 180 Kilogramm schwere Ballon noch in der Schweiz und wartet auf seinen Transport mit einem Kleintransporter Richtung Osten. Dort sind die Sicherheitsvorschriften nicht ganz so streng wie in der Schweiz. «Dort gibt es keine jährliche Kontrolle der Hülle», sagt Elsener. «Um den nötigen Auftrieb zu gewährleisten, werden lediglich ein paar Gasflaschen mehr mitgenommen. Dafür können ein bis zwei Passagiere weniger mitfahren.» Das wohl grösste Zuger Wappen wird in Zukunft also noch im Ausland werben.

Aus der Zeit, als der Ballon noch über Zug unterwegs war, gibt es die ein oder andere Anekdote. Mit so einem Riesengefährt braucht man natürlich eine grosse Wiese zum Starten, dafür ist eine Bewilligung nötig. Da ein Heissluftballon jedoch nur durch den Wind manövrierbar ist, ist es erlaubt, überall ohne Bedingungen zu landen. Vor allem eine Landung war speziell. «An einem Sonntagmorgen etwa stellte der Wind vollends ab, auch nach einem weiteren Aufsteigen bis auf 4000 Meter Höhe kamen wir praktisch wieder an der gleichen Stelle runter», erzählt Benny Elsener. «Bevor uns das Gas ausging, versank ich mit kontrolliertem Abstieg zwischen den Bäumen. Zum Glück konnte ich die Hülle mit einem Freund aus den Ästen wieder befreien», fährt er fort. «Auch die Fahrt mit leukämieerkrankten Kindern und die Alpenüberquerung nach Italien bleiben mir besonders gut in Erinnerung.»

Trotz des Verlusts des grossen Gefährts: Benny Elsener bleibt dem Ballonsport treu. Er unternimmt heute zum Spass mit seinem kleineren Ballon Fahrten.