Das Zuger Metalli soll sich öffnen und attraktiver werden

Zug Estates und die Stadt Zug präsentieren das erste Resultat des gemeinsamen Planungsverfahrens «Lebensraum Metalli».

Andrea Muff
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Die aktuellen Planungsarbeiten bilden die Grundlage für einen Bebauungsplan, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die künftige Realisierung des Lebensraums Metalli formuliert. Erst wenn der Bebauungsplan ausgearbeitet und genehmigt ist, werden die Teilprojekte etappenweise entworfen und realisiert.

Die aktuellen Planungsarbeiten bilden die Grundlage für einen Bebauungsplan, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die künftige Realisierung des Lebensraums Metalli formuliert. Erst wenn der Bebauungsplan ausgearbeitet und genehmigt ist, werden die Teilprojekte etappenweise entworfen und realisiert.

Visualisierung: Hosoya Schaefer/PD

Das «Metalli» ist über die Zuger Stadtgrenzen hinaus ein Begriff: Das Einkaufszentrum aus dem Jahr 1987 direkt beim Zuger Bahnhof ist ein zentraler Schnittpunkt der Achse Zug-Baar. Die Grundeigentümerin Zug Estates möchte das Geviert zusammen mit der Stadt Zug neu gestalten. Dabei soll als Grundidee «bewährtes erhalten und gleichzeitig viel Raum für Neues schaffen» gelten, verkündeten die Verantwortlichen an der Medienkonferenz am Donnerstag. Sie präsentierten die Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens als ersten Schritt in einem mehrjährigen gemeinsamen Entwicklungsprozess.

Überzeugt hat die Jury die Studie des Planungsteams Hosoya Schaefer Architects, NYX Architectes, Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau sowie des zuger Büros der Firma TEAMverkehr.zug. Eingeflossen in die Planung des ungefähr 60 000 Quadratmeter grossen Perimeters sind auch Anliegen und Wünsche der Bevölkerung, welche letzten Sommer im Rahmen eines dreiwöchigen Dialogprozesses in der Passage des Einkaufszentrums erhoben worden waren. Der Verwaltungsratspräsident von Zug Estates, Beat Schwab, sagt: «Wir wollen für den Lebensraum Metalli eine evolutionäre Entwicklung und streben darum eine massvolle Neugestaltung an.»

Glasgedeckte Passage soll bleiben

So sieht die städtebauliche Konzeption des Siegerteams vor, dass die Mehrheit der heutigen Bauten – als wichtige identitätsstiftende Elemente – rund um das Einkaufszentrum erhalten bleibt: wie etwa der innere bauliche Kern der heutigen Überbauung, ein Teil der durch Ladengeschäfte gesäumten glasgedeckten Passage parallel zur Baarerstrasse oder auch das UBS-Gebäude am südlichen Ende des Areals. «Es soll nicht alles neu werden, sondern eine gute Mischung entstehen», versichert Beat Schwab und fügt hinzu:

«Das Metalli soll sich als öffentlicher Raum präsentieren, und den möchten wir attraktiv gestalten.»

Es soll vermehrt auch zum Begegnungsort werden. Deshalb sei es der Bauherrin auch von Anfang an wichtig gewesen, dass sich die Bevölkerung mit Ideen einbringen könne. «Die ganze Planung ist nur gemeinsam mit der Stadt und der Bevölkerung möglich», ist sich der Verwaltungsratspräsident sicher.

Stadtarchitekt Christian Schnieper bezeichnet das Areal mit der Nähe zum Bahnhof als sehr dynamisch. Auch liegt es im Hochhausgebiet. Ein solches Wohngebäude soll an der Ecke Baarer-/Metallstrasse mit maximal 70 Meter Höhe errichtet werden. Direkt daneben soll der Metalliplatz entstehen, der sich zum Bahnhof hin öffnet. Für diesen Platz wird ein Teil der an der Baarerstrasse entlang geführten Ladenpassage abgebrochen. «Mit den neuen begrünten Plätzen führt der Naturraum vom Bergli bis zum Bahnhof», erklärt Christian Schnieper die Idee.

«Es gibt tatsächlich eine Baumbepflanzung, das ist uns wichtig.»

Die Beschattung der Plätze steigere die Aufenthaltsqualität, so der Stadtarchitekt, und das Geviert werde offener. Selbst Dachflächen werden ins Aussenraumkonzept mit einbezogen und teilweise öffentlich zugänglich gemacht.

Florian Diener, Projektleiter bei Zug Estates, ist mit dem Zwischenschritt sehr zufrieden: «Natürlich ist es ein riesen Vorteil, dass die Bausubstanz für eine Aufstockung der Gebäude geeignet ist.» Was aber genau wohin kommen wird, das wird sich noch zeigen. Das Geviert soll aber mehr Raum für Wohnungen, Hotellerie, Büros, Gastronomie und Ladengeschäfte bieten. «Wir wollen auch Platz für Lokales haben und nicht nur für internationale Ketten», bekräftigt Beat Schwab die künftigen Pläne. «Eine gute Durchmischung auch im Wohnungsangebot ist uns wichtig.» Dies in Bezug auf den Mietpreisspiegel.

«Eine Operation am offenen Herzen»

Obwohl viele Details noch unklar sind, die Planung noch in Kinderschuhen steckt, ist bereits jetzt klar: «Die Transformation des Gebiets wird eine Operation am offenen Herzen», wie Christian Schnieper voraussagt. Denn das Einkaufszentrum soll während der ganzen Umbauphase immer öffentlich zugänglich sein. Wenn nötig werden Provisorien für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Tobias Achermann, CEO von Zug Estates, versichert: «Wir wollen so wenig Kündigungen wie möglich.»

Aus dem Entwurf des Teams um Hosoya Schaefer Architects soll bis voraussichtlich im Sommer ein Richtprojekt entstehen. Dieses bildet die Grundlage für den späteren Bebauungsplan. Der Prozess, um den Bebauungsplan zu erstellen, dauert in etwa zwei Jahre. Mit ersten baulichen Massnahmen kann somit frühestens 2023 gerechnet werden. Die Neugestaltung des östlichen Arealteils «Bergli» wird zu einem späteren Zeitpunkt geplant.

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