Das Zuger Pop-up-Museum «Modi Lab» kämpft weiter

Im Herbst wird das Pop-up-Museum auf dem LG-Areal in Zug wochenweise wiedereröffnet.

Carmen Rogenmoser
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Das «Modi lab» befindet sich an der Gartenstadt 2A in Zug.

Das «Modi lab» befindet sich an der Gartenstadt 2A in Zug.

Bild: Matthias Jurt (23. Juli 2020)

Es war ein kurzer Auftritt: Ende Februar erst konnte das Museum of Diversity and Inclusion, genannt «Modi Lab», in Zug offiziell eröffnet werden. Coronabedingt mussten die Türen kurz darauf im März schon wieder geschlossen werden. Nun verkünden die Verantwortlichen, dass es im Herbst weitergeht. Vom 22. bis 27. September und vom 20. bis 25. Oktober finden wieder Workshops für Schulen, Gruppen und Firmen statt. Während dieser Tage ist das Museum auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Weiterhin werde das Thema Vielfalt und Inklusion, vor allem von Menschen mit Behinderung, im Mittelpunkt stehen, heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung.

Grundlage des Museums ist der weltweit erfolgreiche Dialog im Dunkeln. Initiator ist der deutsche Sozialunternehmer Andreas Heinecke. Auf den 450 Quadratmetern im Haus an der Gartenstadt 2A in Zug wird eine Art «Best of» seiner Museumskonzepte präsentiert. Vielfalt und Teilhabe solle auf spielerische Art und nicht durch Theorie gefördert werden, so Heinecke.

Weitere Angebote bieten Flexibilität

«Die Ausstellung wird grundsätzlich wie ursprünglich geplant wieder eröffnet, um den Besuchern ein echtes ‹Dialog-Erlebnis› zu bieten», sagt Mathias Terheggen von der Modi-Stiftung. Er ist als Manager, Berater und Experte im privaten und sozialen Sektor international tätig. Alle Massnahmen und Empfehlungen zur Gesundheit und Sicherheit der Besucher würden voll umgesetzt. «Wir werden diese weiterhin genau verfolgen und allfällige Änderungen umgehend berücksichtigen», so Terheggen. Zugute komme den Verantwortlichen, dass neben dem Dialog im Dunkeln weitere Dialogformate im Angebot seien. Dazu gehöre etwa der Dialog im Stillen. «Damit können wir die notwendige Flexibilität darstellen.»

Das Museumsprojekt auf dem ehemaligen Gelände der Landis&Gyr hatte keinen einfachen Start. Anfangs für drei Stockwerke geplant, musste die Ausstellung aufgrund fehlender finanzieller Unterstützung zu einem Pop-up-Museum auf ein Stockwerk verkleinert werden. Dieses war für vier Monate geplant. Die Projektphase wäre im Mai beendet gewesen. Damals war aber bereits vorgesehen, dass, wenn das Konzept bei den Besuchern auf Anklang gestossen wäre, es verlängert und ausgebaut würde.

Nun öffnet das Museum im Herbst wochenweise. «Unser Mietvertrag kann aufgrund bereits bestehender Mietverträge nicht über Ende November hinaus verlängert werden», sagt Terheggen zur gegenwärtigen Situation. Die Zeit bis dahin soll bestmöglich genutzt werden. Mindestens im September und Oktober und eventuell auch im November soll das Museum für mindestens eine Woche öffnen. «Hier spielt das Budget letztlich die entscheidende Rolle.»

Die Finanzierung bleibt schwierig

Das Projekt wird von vier Stiftungen, der Stadt Zug sowie dem Kanton Zug finanziell unterstützt. Das wird auch weiterhin der Fall sein. «Um Mittel für eine Öffnung auch im November oder zusätzliche Wochen zu mobilisieren, wollen wir aber noch weitere Stiftungen anschreiben», so Mathias Terheggen. Mit der nur einige Tage dauernden Betreibung des Modi Labs im Februar konnten bei weitem nicht so viele Menschen erreicht werden, wie geplant. Die Verantwortlichen rund um Andreas Heinecke hoffen weiterhin, dass es gelingt, Unterstützer für ein permanentes Modi mobilisieren zu können. «Nicht nur glauben wir weiterhin fest daran, sondern ein Museum für Vielfalt und Inklusion ist nach den Erfahrungen der letzten Monate auch wichtiger denn je», sagt Terheggen.

Weitere Informationen gibt es unter: www.modifound.org