Das Zuger Unternehmen Bossard erzielt weniger Gewinn und senkt Dividende

Bossard hat 2019 weniger verdient. Auf eine Wachstumsprognose wird für das laufende Jahr mit Blick auf die anhaltenden Unsicherheiten, auch betreffend Coronavirus, verzichtet.

Janick Wetterwald
Drucken
Teilen

(sda/awp) Das Zuger Verbindungstechnik- und Logistikunternehmen weist für das vergangene Geschäftsjahr einen Konzerngewinn von 76,0 Millionen Franken aus. Das sind 11 Prozent weniger als im Vorjahr, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Nach Abzug der Minderheitsteile lag der Gewinn bei 74,2 Millionen.

Der Betriebsgewinn Ebit fiel gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 95,7 Millionen Franken. Die Ebit-Marge lag dabei mit 10,9 Prozent im unteren Bereich der anvisierten Bandbreite von 10 bis 13 Prozent. Im Jahr 2018 hatte Bossard eine Marge von 12,5 Prozent erreicht.

Das schwierige Marktumfeld laste auf den Produktmargen, so Bossard. Zudem hätten die in langfristig ausgelegte Initiativen getätigten Investitionen die Kostenbasis erhöht.

Tiefere Dividende

Den Aktionären will Bossard etwas weniger an Dividende ausschütten. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung die Zahlung von 4,00 Franken je Titel. Im letzten Jahr waren es 4,50 Franken gewesen.

Bei den Gewinnzahlen hat Bossard die Erwartungen der Analysten übertroffen. Den Gewinn nach Minderheiten schätzten die Experten im Durchschnitt (AWP-Konsens) auf 69,8 Millionen Franken und den Ebit auf 93,3 Millionen. Die Dividende lag derweil in etwa bei den erwarteten 4,06 Franken je Aktie.

Leichtes Wachstum

Die Angaben zum Umsatz hatte Bossard bereits Mitte Januar vorgelegt. Dieser wuchs leicht um 0,6 Prozent auf 876,2 Millionen Franken. Das ist gleichzeitig ein Rekord. In Lokalwährungen, also bereinigt um die negativen Währungseinflüsse, resultierte ein Plus von 1,9 Prozent.

Ohne die Währungseffekt und ohne den Einfluss von Akquisitionen rutschte der Umsatz hingegen um 2,1 Prozent ab. Bossard hatte etwa im Sommer das Luft- und Raumfahrtgeschäft mit der deutschen Distributionsfirma SACS Boysen Aerospace und ihren 54 Mitarbeitenden ausgebaut.

Trotz der abgeschwächten Konjunktur, des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie der zunehmenden Frankenstärke sei man in Europa (organisch: +0,5%) und Asien (+5,7%) weitergewachsen. Die schwierigeren Rahmenbedingungen in Amerika (-9,3%) hätten dort aber zu einem spürbaren Umsatzrückgang geführt.

Keine Umsatzprognose

Im Ausblick äussert sich Bossard mit Vorsicht zur weiteren Geschäftsentwicklung. Das Marktumfeld bleibe angesichts der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten anspruchsvoll, heisst es. Zudem seien die Auswirkungen und wirtschaftlichen Folgen, die sich um das sich ausbreitende Coronavirus ergäben, aus heutiger Sicht nicht absehbar.

Aus diesen Gründen verzichtet Bossard auf die sonst übliche Wachstumsprognose. Beim Ebit strebt die Gruppe derweil auch im laufenden Jahr eine Marge in der Zielbandbreite von 10 bis 13 Prozent an, wobei sie sich erneut am unteren Ende des Bandes bewegen dürfte.

Mittel- bis langfristig bleibt Bossard aber sehr optimistisch. Man habe seit einigen Jahren gezielt in neue Märkte mit Wachstumspotenzial investiert. Weiter seien auch Infrastrukturen und Absatzkanäle ausgebaut worden.