Datenschützer kämpft gegen gläsernen Bürger

Der Zuger Datenschutzbeauftragte stellt einen grossen Datenhunger der Verwaltung fest. In seinem Tätigkeitsbericht 2010 spricht René Huber von gegen 1500 Zuger Datensammlungen.

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Der Zuger Datenschutzbeauftragte René Huber. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Der Zuger Datenschutzbeauftragte René Huber. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

In ihrer täglichen Tätigkeit sammeln die Zuger Behörden eine Vielzahl von Daten über die Zuger Bevölkerung. Damit jeder Zugerin und jeder Zuger weiss, welche staatliche Stelle welche Daten über sie oder ihn bearbeitet, muss jede Datensammlung des Kantons oder der Gemeinden (rund 1500) beim Zuger Datenschutzbeauftragten René Huber registriert werden, der auf seiner Websiteein Register führt. Damit kann das Recht auf Einsicht in die eigenen Daten ausgeübt werden.

Persönliche Daten im Internet

In seinem Tätigkeitsbericht 2010 stellt Huber immer mehr klagen der Zuger Bevölkerung fest, weil Kanton und Gemeinden persönliche Daten über ihre Bürger im Internet veröffentlichen. Als Beispiele werden im Bericht die Adressen von Fahrzeughaltern (können auf Wunsch gelöscht werden), Grundbuchdaten, Luftaufnahmen von Grundstücken oder Fotos von Kindern auf Schul-Websites. Nicht in allen Fällen sei zudem der Wunsch nach Löschung der Daten erfüllt worden.

Gegen den gläsernen Bürger

Besonders zur Wehr setzen will sich der Datenschutzbeauftragte gegen den Trend zum gläsernen Bürger. So sei unter anderem erreicht worden, dass Daten von Bibliotheks-Bezügen regelmässig automatisch gelöscht werden, damit kein Profil eines Kunden erstellt werden kann. Um das Thema Datensicherheit noch vermehrt zu Thematisieren, sei an die Verwaltung, Unternehmen und Private eine Broschüre herausgegeben worden.

pd/bep