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Kommentar

Zug: Das Esaf verdrängt die kleineren Veranstaltungen

Redaktorin Vanessa Varisco schreibt über traditionsreiche kleine David-Veranstaltungen, die vom Goliath-Auftritt des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf) 2019 in Zug verdrängt werden.
Vanessa Varisco
Vanessa Varisco

Vanessa Varisco

Des einen Freud, des anderen Leid. Während die Freunde des Sports und der Tradition die Austragung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf) in Zug bejubeln, sind andere eher skeptisch. Wie unsere Zeitung diese Woche berichtete, haben einige andere Zuger Traditionsanlässe das Nachsehen. So müssen beispielsweise die Jazznight oder das Zug Sports Festival verschoben werden. Teils kämpfen die Veranstalter damit, Sponsoren zu finden und auch Techniker seien ein rares Gut, wie Martin Riesen, Festivalleiter des Openairs Rock the Docks erklärte – welches ebenfalls verschoben werden musste.

Mit dem Esaf kommt ein Grossanlass nach Zug, wie er nicht jedes Jahr im Kanton stattfindet. Über 52 000 Besucher lockte die letzte Austragung 2016 in die Arena bei Estavayer. Es ist anzunehmen, dass - wären die Zuger Veranstaltungen nicht verschoben worden - sie ohnehin das Nachsehen gehabt und einen Rücklauf an Besuchern zu verzeichnen hätten. David gegen Goliath also, wobei die kleineren, etablierten Anlässe bloss die Möglichkeit hatten, sich geschickt um den Grossevent zu positionieren.

Die traditionsreichen Anlässe sind verankert in der kantonalen Kultur. Dass sie trotz gewichtiger Konkurrenz auf langjährige Sponsoren zählen dürfen, wie Martin Riesen mitteilte, ist klar. Neue Anlässe dürften aber 2019 Schwierigkeiten haben Unterstützung zu finden, da sich bereits alle Sponsoren auf das traditionsreiche Intermezzo eingeschossen haben.

Immerhin mangelt es nicht an Helfern. «Wir haben über die Jahre einen stabilen Helferpool aufgebaut», zeigte sich Daniel Schärer vom Zug Sports Festival zuversichtlich. Auch andere Veranstalter engagieren sich am Esaf und betreiben eine Festhalle. Auch die Vereine, die als Helfer auf dem Platz stehen werden, haben so die Gelegenheit sich zu präsentieren. Und vielleicht das ein oder andere Mitglied dazuzugewinnen.

So oder so: Die Austragung nächstes Jahr wird für Vereine und etablierte Anlässe einerseits Herausforderung und gleichzeitig Bereicherung. Es gilt Kompromisse zu finden und vorauszuschauen. Von der Bedeutung des Esafs können die Anlässe vielleicht sogar profitieren und ausserdem die Stimmung geniessen auf dem Fest. Sodass nach dem Schlussgang, wenn die Stierennacken Zug wieder den Rücken kehren, neue Besucher den Weg zu ihnen finden.

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