Den Minifodrios geht die Luft nicht aus

Drei «chlini Pfüderi» steckten sich 1981 mit dem Fasnachtsvirus an. Einer ist bis heute nicht geheilt.

Drucken
Teilen
Sonja Zeberg und Vito Banterle sind bereit für die Fasnacht. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Sonja Zeberg und Vito Banterle sind bereit für die Fasnacht. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Als Elfjähriger stand er am Strassenrand, hörte den Guggenmusigen zu und sagte zu seinem älteren Bruder: «Das will ich auch.» Und der kleine Vito Banterle setzte das Vorhaben in die Tat um. Nach Ostern begann er an der Musikschule mit dem Trompetenunterricht. An der Fasnacht darauf war er zusammen mit zwei Kollegen unterwegs. Die drei «chline Pfüderi» – daraus entstand der Guggenname Minifodrios – erlebten am 1. März 1981 ihre Feuertaufe. 30 Jahre später sind die aktuell rund 25 Gugger immer noch unterwegs. Vito Banterle ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied. Und immer noch mit Begeisterung dabei. «Es hat in diesen 30 Jahren 1000 wunderbare Erlebnisse gegeben», erklärt er seine Motivation. Seinen Gugger-Gspänli geht es offenbar gleich. Denn die meisten sind seit vielen Jahren dabei. So auch Präsidentin Sonja Zeberg-Langenegger. Seit 20 Jahren spielt sie Saxofon und schätzt die familiäre Atmosphäre im Verein. Und diese soll noch möglichst lange anhalten. Auch nach 30 Jahren sind die Minifodrios nicht fasnachtsmüde. «Ich habe keine Angst, dass sich die Minifodrios auflösen», sagt sie.

Zum Jubiläum einen Ball

Quasi als Beweis, wie lebhaft die Gugge immer noch ist, organisiert sie im Jubiläumsjahr nach drei Jahren Unterbruch wieder einen grossen Ball. 2008 und 2009 fand ein Ball en miniature im Restaurant Maienrisli statt. Letztes Jahr fiel er ganz aus. Dabei dürfen die Minifodrios-Bälle im Gemeindesaal als legendär bezeichnet werden – vor allem wegen der aufwendigen Dekoration. Nun geben die Gugger ein Comeback. «Die Dekoration wird wieder sehr ausgefallen sein», verspricht Sonja Zeberg. Ob es im nächsten Jahr zu einer Fortsetzung kommt, sei aber noch offen. Denn so vital die Minifodrios auch sind: Der Verein hat sich in den 30 Jahren seines Bestehens gewandelt. Wenn Sonja Zeberg und Vito Banterle von einer familiären Atmosphäre sprechen, meinen sie das wörtlich. Wie vor 30 Jahren sind wieder «chlini Pfüderi» an der Fasnacht unterwegs – der eigene Nachwuchs nämlich, der jeweils stolz vorneweg marschiert.

Silvan Meier

Jubiläumsball Ritterfest, Freitag, 4. März, 20 Uhr Gemeindesaal. Ab 20 Jahren. Eintritt: 5 Franken. Es spielen Pink Willy, Pee-Nuts, die Grümpelband und mehrere Guggen.