Kommentar

Den Stillen muss geholfen werden

Die Coronapandemie werde zweifellos Spuren in den Einnahmen des Kantons Zug hinterlassen, ist sich Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung», sicher.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler, Chefredaktor «Zuger Zeitung».

Harry Ziegler, Chefredaktor «Zuger Zeitung».

Bild: Stefan Kaiser

Es ist paradox: Während sich die Wirtschaft wegen des Coronavirus auf Talfahrt befand und befindet, feiern die Börsen – besonders die Wall Street – Rekorde. Es scheint, als habe die Pandemie mit all ihren negativen Folgen an den Börsen nie stattgefunden. Sogar Firmen, die eigentlich pleite wären, legen wahnwitzige Kurssteigerungen hin.

Neueste Zahlen in der Schweiz zeigen, dass die Wirtschaft während der Pandemie nicht derart stark unter Druck geriet, wie befürchtet. Womit sich die Wirtschaft als robuster erweist, als von Experten angenommen worden war.

Corona wird zweifellos Spuren in den Einnahmen des Kantons Zug hinterlassen, aber wohl nicht ganz so tiefe wie befürchtet. Dennoch darf der Fakt, dass Zug – verglichen mit anderen Kantonen – wohl mit einem dunkelblauen Auge davonkommt, nicht darüber hinwegtäuschen, dass es wirtschaftlich keine Gewinner gibt, sondern eine Menge in ihrer Existenz Bedrohter.

Wobei nicht primär an Unternehmen zu denken ist. Ihnen wird bereits seitens Bund und Kanton finanziell angemessen geholfen. Es geht um jene, die vor der Pandemie schon rechnen mussten und am Ende des Lohns noch eine Menge Monat übrig hatten, und die nicht wie einige Wirtschaftszweige lauthals und öffentlich wehklagen. Was für ein Zeichen der Solidarität wäre es, wenn der Kanton Zug statt eines weiteren Hilfspakets für Unternehmen eines für diese stillen Zugerinnen und Zuger schüfe – und nicht nur für jene, die am lautesten schreien.