Leserbrief

Denkt an die Kinder auf der ganzen Welt

«Das Recht, ein Kind zu sein», Ausgabe vom 20. November

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Vor 30 Jahren hat die Uno die Kinderrechte beschlossen. Im Jahr 1997 hat die Schweiz die Kinderrechtskonvention ratifiziert (in Kraft gesetzt). Unicef, das jedes Kind auf dieser Welt vertritt, macht die Aussage: «Jedes Kind der Welt hat ein Recht darauf, gesund und sicher aufzuwachsen, sein Potenzial zu entfalten, angehört und ernstgenommen zu werden.» Den meisten Kindern, die in der Schweiz zu Hause sind, geht es in diesem Sinne ziemlich gut. Obschon es für unser reiches Land da und dort Baustellen gibt, die behoben werden müssten, sodass sich alle Kinder nach den Worten der Unicef entfalten könnten. Wie sieht es aber sonst aus in unserer Welt?

Etwa 263 Millionen Kinder zwischen 6 und 17 Jahren haben weltweit keinen Zugang zu Bildung. Etwa 152 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren müssen arbeiten, um zu überleben. Etwa 73 Millionen von ihnen schuften unter unzumutbaren, gefährlichen Bedingungen. Beispiele gibt es leider zu Genüge: Für den Goldabbau arbeiten in Burkina Faso rund 20 000 Kinder, sodass wir uns mit etwas Goldenem schmücken können, oder rund 40000 Kinder im Kongo, die Kobalt abbauen, das auch in unseren Handys zu finden ist, oder Kinder, die in Bangladesch Kleider fertigen, oder rund 2 Millionen Kinder, die an der Elfenbeinküste und in Ghana Kakao ernten, sodass wir unsere Weihnachtsschokolade geniessen können, oder zwischen 250000 und 500000 Kindersoldaten, die ihr zu Hause nur selten sehen.

So wie wir in der Advents- und Weihnachtszeit an unsere Kinder denken, so bitte ich alle, auch einen Moment an die Kinder der restlichen Welt zu denken. Die jüngste Friedensnobelpreisträgerin von 2014 mit Jahrgang 1997, Malala Yousafzai aus Pakistan, ist auch Kinderrechtsaktivistin und hat einmal gesagt: «Ein Kind, ein Lehrer, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern.»

Martin Iten-Iten, Alosen