Leserbrief

Der Amtsschimmel wiehert – und gefährdet die kantonalen Mitarbeiter

Zum Verzicht auf Gebühren auf kantonalen Parkplätzen

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Seit der Schliessung der Schulen sind die Parkplätze auf den Schulgeländen verwaist. Der Präsenzunterricht wurde zum Fernunterricht, die Lehrer arbeiten von zu Hause aus. Nun hat der Kanton Zug beschlossen, das Parken auf den Schulparkplätzen und anderen kantonalen Parkplätzen gebührenfrei zu machen. Das freut natürlich die Besitzer von Dauerparkkarten, die sonst dafür monatlich einen stattlichen Obolus an den Kanton abliefern müssen.

Auf meinen Antrag hin, die Parkkarte nicht wie unter normalen Umständen üblich kündigen und einsenden zu müssen, antwortete mir der zuständige Dienststellenleiter, er setze sich für eine pragmatische Lösung ein und wolle unbedingt verhindern, dass sein Amt nun mit Parkkarten überschwemmt werde. Dann aber wenige Tage später die Ernüchterung: Der Baudirektor des Kantons Zug persönlich habe die Weisung erteilt, die Parkkarten doch einzusenden, sonst würden die Parkgebühren weiterhin vom Lohn abgezogen.

Damit nimmt – abgesehen von der Unsinnigkeit diese Massnahme angesichts der Gebührenfreiheit während der Coronakrise – der Baudirektor in Kauf, dass eine grosse Zahl von Mitarbeitern gezwungen wird, entgegen der bundesrätlichen Bitte doch ausser Haus zu gehen, um die Parkkarte einzusenden, und dass die betroffenen Mitarbeiter der zuständigen Dienststelle diese potenziell kontaminierten Parkkarten handhaben müssen. Ganz zu schweigen vom administrativen Aufwand für alle Beteiligten. Etwas mehr gesunder Menschenverstand und Weitsicht wären hier wünschenswert. Aber es gibt ja zum Glück einen Weg, auf solche Leerläufe aus Amtsstuben zu reagieren: Ein Name sollte bei den nächsten Regierungsratswahlen im Kanton Zug auf jeden Fall gestrichen werden.

Urs Wuthier, Lehrer an der Kantonsschule Zug, Ebikon