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Der Aspiweiher in Muri ist wegen Krebspest leer

Der Pächter des Aspiweihers Daniel Klausner musste 450 Kilo Fische töten und den gesamten Weiher abpumpen. Ein fremder Krebs ist für die Katastrophe verantwortlich. Der ökologische Schaden ist enorm.
Eddy Schambron
Der Aspiweiher darf nicht betreten werden, weil man sich aus dem dicken Schlick nicht mehr selber befreien kann.

Der Aspiweiher darf nicht betreten werden, weil man sich aus dem dicken Schlick nicht mehr selber befreien kann.

Der Aspiweiher in Muri ist leer, nicht wegen mangelndem Regen, sondern abgepumpt wegen der Krebspest. Zu dieser drastischen Massnahme musste Pächter und Fischereiaufseher Daniel Klausner greifen, weil jemand den Fehler gemacht hatte, einen Kamberkrebs aus dem Zugersee in den Aspiweiher zu versetzen.

Der Kamberkrebs ist ein ursprünglich aus Nordamerika stammender Flusskrebs, der Träger der Krebspest ist, welche die einheimischen Edelkrebse vollkommen dezimiert. Besonders tragisch jetzt: Der Aspiweiher war eines der bedeutendsten Aufzuchtgewässer der einheimischen Edelkrebse.

Die Katastrophe bemerkte Klausner, als der Kanton für die Wiederansiedlung in anderen Gewässern Edelkrebse bestellt hatte. «Normalerweise holten wir in einer Viertelstunde 100 Kilo aus dem Weiher, diesmal waren drei Krebse in der Reuse, und eben ein Kamberkrebs», erzählt Klausner. Die Untersuchung dieses Tieres brachte es an den Tag: Der Krebs stammt aus dem Zugersee und war infiziert.

Für Klausner war es ein schwarzer Tag: «Wir mussten nun 450 Kilogramm Fische töten, denn ein Umsetzen kam nicht in Frage, weil auch Fische den Erreger der Krebspest tragen können.»

Kein Verkauf mehr möglich

In den Verkauf konnten die Fische, die vor dem Kiemenschnitt vorschriftsgemäss betäubt wurden, nicht gelangen, obwohl sie problemlos für den Verzehr geeignet gewesen wären. Der Aspiweiher liegt zudem im obersten Einzugsgebiet der Bünz und ein Abfliessen lassen des Wassers hätte die Krebspest bis zur Aare hinuntergetragen. Also pumpte man ab und liess das Wasser im Erdreich versickern.

Das Gewässer war ein wahres Paradies für die einheimischen Edelkrebse. «Das Wasser ist hier von hervorragender Qualität, kalt und sauerstoffreich – genau so, wie es diese Krebse brauchen», betont Klausner, der regelmässig Wasserproben nimmt und deshalb genau Bescheid weiss.

Kommt hinzu, dass der Weiher durch die Bewaldung rundherum kühl bleibt und von Wasservögeln, die ebenfalls Erreger der Krebspest transportieren können, weitgehend gemieden wird.» Andere Weiher im Freiamt und im ganzen Kanton sind insofern nicht von der Krebspest betroffen, weil deren Wasserqualität oder -temperatur dem einheimischen Edelkrebs ohnehin nicht behagen.

Mit Kalk Keime abtöten

Jetzt wird es lange dauern, bis der Aspiweiher wieder das ideale Aufzuchtgewässer sein wird. «Am besten wäre ein harter Winter», sagt Klausner. Dann würde der bis ein Meter dicke Schlick richtig durchfrieren, alle Erreger würden abgetötet. Aber weil man sich nicht drauf verlassen kann, wird jetzt mit Brandkalk gearbeitet. Der pH-Wert wird mit 1,5 Kilo Kalk pro Quadratmeter so massiv erhöht, dass alle Keime abgetötet werden können.

«Im Kanton gibt es wenig Erfahrung dazu», erklärt Klausner. Deshalb wird er von Gewässerbiologen des Wasserforschungsinstituts Eawag unterstützt. Die Eawag befasst sich mit Konzepten und Technologien für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser und den Gewässern. In drei bis sechs Monaten kann der Weiher voraussichtlich wieder befüllt werden. Bis das ökologische Gleichgewicht wieder hergestellt ist, wird es dauern. Die Kosten trägt der Kanton. «So etwas», sagt Klausner, «möchte ich nie mehr erleben.»

Sprengungen der Luwa

Mit dem Abpumpen gab der Weiher auch Einiges preis. «Ich war erstaunt, Tausende grosser Süsswassermuscheln zu sehen», sagt Klausner. Und es kamen Fundamente von Bunkern zum Vorschein: «In den 40er- und 50er Jahren hat die Luwa hier mit tonnenweise Dynamit Sprengversuche gemacht, zum Teil unter Wasser», hat er in Erfahrung gebracht. Die Versuche der Luwa – damals führend in der Textilluft und Klimatechnik –, mit Sprengung Metall in eine bestimmte Form zu drücken, seien aber erfolglos geblieben. Weil man früher relativ sorglos mit der Belastung der Umwelt umgegangen ist, will Klausner jetzt die Situation nutzen und den Schlick auf eine allfällige Belastung prüfen.

Gefangen hat er zudem 14 Karpfen mit über 22 Kilo, allerdings keinen kapitalen Hecht und auch keine fremden Fische «von Leuten, die hier ihr Aquarium geleert haben.» Abgesehen davon ist er auch froh, «nichts anderes auf dem Grund des Weihers gefunden zu haben.»

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