Leserbrief
Der Blick für das Wesentliche

«Geduldsprobe für die Geduld», Ausgabe vom 20. Mai

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Während die Juristen in ihren Verfahren die Paragrafen in kleinste Teile filetieren und endlose Schriftenwechsel führen, geht ihnen der Blick für das Wesentliche verloren: Es gilt einem hörgeschädigten Kind die ihm geeignete Ausbildung zu ermöglichen.

Kindern sind juristische Verfahren und Fristerstreckungen egal. Kinder sind im Heute unterwegs, stellen ihre täglichen Fragen und machen ihre Entdeckungen, welche sie für ihre Entwicklung benötigen. Sie brauchen jetzt und heute Zugang zur Bildung. Deshalb dürften wir offen darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre, die Juristen anstelle ihrer Präsenz zu honorieren und sie neu mit einem ergebnisorientierten Salär zu vergüten.

Der Staat hat die Bildung vollumfänglich zu ermöglichen. Sollten trotzdem Lücken entstehen, können wir im Sinn unserer Stiftungsurkunde gehörlosen Menschen insbesondere mit auditiv-verbalen Therapien unterstützen. Das Gesuch der Familie Casanova wurde vom Stiftungsrat – unter Ausstand – von Peter Casanova fachgerecht geprüft, und ihm konnte im Sinn der Stiftungsurkunde entsprochen werden.

Patrick Röösli, Präsident Stiftung für Hörgeschädigte Luzern