«Der Boden senkt sich täglich weiter ab»

Im Lorzentobel bei Allenwinden muss bis auf weiteres mit Erdrutschen gerechnet werden. Die Behörden erarbeiten einen Notfallplan, denn bei Regen droht Überschwemmung.

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Rutschgebiet im Lorzentobel. (Bild: PD)

Rutschgebiet im Lorzentobel. (Bild: PD)

Rutschgebiet im Lorzentobel. (Bild: PD)

Rutschgebiet im Lorzentobel. (Bild: PD)

Vermessungen und Beobachtungen der zuständigen Arbeitsgruppe zeigen es: Der Hang ist weiterhin in Bewegung. «Im Anrissgebiet senkt sich das Terrain täglich um rund 10 Zentimeter ab», sagt der Zuger Baudirektor Heinz Tännler. Für eine Entwarnung und Aufhebung der grossräumigen Sperrung sei es noch zu früh.

Weshalb es im Lorzentobel zum grossen Erdrutsch kam, ist weiter unklar. «Das Kantonsforstamt hat deshalb ein zweites Gutachten über die Geologie des Hanges erstellen lassen», so Manuela Weichelt-Picard, Direktorin des Innern. Dieses zeigt, dass es sich nicht um ein Sonderereignis handelt. Geologisch gesehen sei dies völlig normal, heisst es in der Mitteilung des Baudepartements vom Donnerstag weiter. Im Einzelnen deutet das Gutachten darauf hin, dass hoher Wasserdruck das Abrutschen von einigen tausend Kubikmetern Material in Richtung Lorze ausgelöst hat. Woher das Hangwasser stammt, ist unklar.

Seit Freitagabend sind die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug sowie die Feuerwehr Neuheim mit je einer Motorspritze Typ 4 im Lorzentobel im Einsatz, um das Wasser der Lorze an der Hangrutschstelle vorbeizupumpen (Bild: Freiwilliger Feuerwehr Zug (FFZ))
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Seit Freitagabend sind die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug sowie die Feuerwehr Neuheim mit je einer Motorspritze Typ 4 im Lorzentobel im Einsatz, um das Wasser der Lorze an der Hangrutschstelle vorbeizupumpen (Bild: Freiwilliger Feuerwehr Zug (FFZ))
Seit Freitagabend sind die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug sowie die Feuerwehr Neuheim mit je einer Motorspritze Typ 4 im Lorzentobel im Einsatz, um das Wasser der Lorze an der Hangrutschstelle vorbeizupumpen (Bild: Freiwilliger Feuerwehr Zug (FFZ))
Seit Freitagabend sind die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug sowie die Feuerwehr Neuheim mit je einer Motorspritze Typ 4 im Lorzentobel im Einsatz, um das Wasser der Lorze an der Hangrutschstelle vorbeizupumpen (Bild: Freiwilliger Feuerwehr Zug (FFZ))
In Allenwinden ist auf 120 Metern ein Landstreifen um rund 8 Meter abgesackt. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Der Hang rutscht immer weiter in die Lorze, die sich wegen des Schlamms braun verfärbt hat. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Die Abbruchstelle im Lorzentobel. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
In sicherer Distanz zur Abbruchstelle im Tal sind Zuger Zivilschützer und die Feuerwehr Baar im Einsatz. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Die Abbruchstelle. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Am Fuss des Hangs, in der Lorze, liegen Bäume, Wurzeln und aufgewühltes Erdreich. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Es könnte zu einer Stauung der Lorze und einer Überschwemmung kommen. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Auf dem abgebrochenen Stück Weidland stecken noch die Elektrozaunpfähle neben den jahrzehntealten Bäumen, die mitsamt dem Boden abgesackt sind. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Einsatzkräfte begutachten die Abbruchstelle. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)
Die Bruchstelle im Lorzetobel. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Seit Freitagabend sind die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug sowie die Feuerwehr Neuheim mit je einer Motorspritze Typ 4 im Lorzentobel im Einsatz, um das Wasser der Lorze an der Hangrutschstelle vorbeizupumpen (Bild: Freiwilliger Feuerwehr Zug (FFZ))

Notfallplan für Hochwasser

Derzeit sind die Arbeiten am Hang und das Entfernen von Schwemmholz und Schlamm aus der Lorze nicht möglich. Deshalb bereitet der Kanton einen Notfallplan vor, um Baar vor Überschwemmungen zu schützen. Wann der Flusslauf der Lorze und der Hang gesichert werden kann, ist noch nicht absehbar. Der Kanton geht davon aus, dass die Forelleneier, die zur Zeit in der Lorze liegen, vollständig zerstört worden sind. Deshalb werden in der Fischbrutanlage Walchwil vorsorglicherweise 120'000 Eier gebrütet, so dass der Forellenjahrgang 2011 auf jeden Fall gesichert sein wird.

Der Lorzentobelweg sowie die nationale Veloroute Nummer 9 bleiben deshalb bis auf weiteres gesperrt. Die Umleitung ist signalisiert.

pd/rem