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Motocross: Der Dreck, aus dem die Träume sind

Der talentierte Levis Reichmuth aus Finstersee hat eine starke Saison hinter sich. Der erst 10-Jährige hofft auf eine Profikarriere. Dafür nimmt seine Familie einiges in Kauf, denn die Voraussetzungen hierzulande sind schlecht.
Raphael Biermayr
Levis Reichmuth auf seinem 50-ccm-Motorrad. (Bild: PD)

Levis Reichmuth auf seinem 50-ccm-Motorrad. (Bild: PD)

Levis Reichmuth fühlt sich im Dreck pudelwohl. Der 10-Jährige aus Finstersee ist ein talentierter Motocrossfahrer. In dieser Saison stellte er dies mit zehn Pokalen in zwölf Rennen unter Beweis. Er gewann den Meistertitel in der Motocross Race Serie. Zum Schluss siegte er auf seiner Lieblingsstrecke die offene Klubmeisterschaft des MSC Konstanz. Reichmuth kam vor drei Jahren beim alljährlich von Tausenden besuchten Motocross-Anlass in Wohlen mit der Sportart in Berührung.

Seither nutzt er jede Gelegenheit, zu trainieren. Das ist nicht leicht, da es in der Schweiz nicht viele (herausfordernde) Möglichkeiten dazu gibt, und während des Winters nichts anderes übrig bleibt, als nach Frankreich oder Italien auszuweichen. Immerhin hat er mittlerweile die Erlaubnis erhalten, auf dem Land von Bauern in Finstersee zu fahren. Früher war er manchmal auf seinem kleinen Motorrad im Wald, was Beschwerden nach sich zog, sagt seine Mutter Astrid Reichmuth mit einem Schmunzeln. Das Engagement der Familie für das Hobby des einzigen Kinds ist gross – zeitlich, aber auch finanziell. Astrid Reichmuth führt aus, dass vor allem das Benzin für das Umherreisen ins Geld geht. «Aber was macht man nicht alles, um seinem Kind dessen Leidenschaft zu ermöglichen», sagt sie schliesslich. Dafür nimmt sie in Kauf, sich an den Renntagen jeweils um das Wohlergehen ihres Sprösslings zu sorgen. Sie könne während der Rennen nicht einmal mit dem Handy filmen oder fotografieren, so angespannt sei sie. Bislang glücklicherweise zu Unrecht: Etwas Gravierendes ist Levis Reichmuth nicht passiert. Eine Verletzung verhinderte allerdings, dass er über noch mehr Rennerfahrung verfügt. Denn in seiner ersten Saison brach er sich beim Trampolinspringen den Arm, was eine lange Pause zur Folge hatte.

Selbstredend schwebt dem 10-Jährigen vor, Motocrossprofi zu werden. Das ist jedoch ein Unterfangen, dass fast aussichtslos ist, zumal in der Schweiz. Selbst der Weltklassefahrer Jeremy Seewer aus dem Kanton Zürich hat sich nach eigenen Ausführungen lange schwergetan, über die Runden zu kommen. Er wohnt mittlerweile in Belgien, wo Motocross einen unweit höheren Stellenwert geniesst und Seewer deshalb eine grössere Aufmerksamkeit zuteilwird.

Ein Wechsel steht bevor

Im Fall von Levis Reichmuth ist träumen aber natürlich erlaubt. Doch auf dem Weg, sich seine Träume zu erfüllen, wartet eine Menge Arbeit auf ihn. Er wird in der kommenden Saison die Chance erhalten, sich auf der nächsthöheren Stufe zu beweisen: Reichmuth wechselt von der 50-ccm- in die 65-ccm-Klasse.

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