Der ehemalige Beinwiler «Posthans» Villiger gab ein Comeback

Im Alterswohnheim St.Martin in Muri feierte der ehemalige Beinwiler Posthalter Hans Villiger seinen 92. Geburtstag.

Ruedi Burkart
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Immer noch den Rhythmus im Blut. Hans Villiger (rechts) und der aktuelle Dirigent Hans Furrer.

Immer noch den Rhythmus im Blut. Hans Villiger (rechts) und der aktuelle Dirigent Hans Furrer.

Bild: PD

Plötzlich war er nicht mehr zu halten. Anlässlich der stimmungsvollen Geburtstagsfeier letzte Woche im Alterswohnheim tauschte Hans Villiger seinen Rollator gegen den Dirigentenstock von Hans Furrer ein und orchestrierte kurzerhand die Veteranenmusik Müswangen. Die zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohner hatten ihren Spass. «Wir hätten Hans Villiger schon zu seinem Geburtstag am 15. April ein Ständchen bringen wollen. Doch wegen Corona war das ja nicht möglich», erklärte Furrer und verriet: «Ich habe meine Musikerkollegen in den vorangegangenen Proben schon mal vorgewarnt, dass der ‹Posthans› vielleicht dirigieren möchte.»

So kam es denn auch. «Es war eine schöne Überraschung, dass Hans Villiger ein paar Minuten den Takt vorgab», freute sich St.Martin-Geschäftsleiter Josef Villiger.

Der Posthalter war früher auch Zivilstandsbeamter

Im Alter von 15 Jahren trat Hans Villiger in die Beinwiler Musikgesellschaft ein, drei Jahre später dirigierte er bereits seinen ersten Verein. Er führte den Dirigentenstab in Beinwil/Freiamt, Müswangen, Gontenschwil, Beinwil am See und zuletzt bis vor ein paar Jahren bei der Veteranenmusik Hohenrain und Müswangen. 2013 durfte Villiger auf 70 Jahre aktive Musikantentätigkeit zurückblicken.

Hans Villiger verbrachte sein gesamtes berufliches Leben im Dienst der Post. So führte er während 35 Jahren die Beinwiler Post als Posthalter, war zudem bis 2004 während 50 Jahre Postautohalter und auch gleich noch Zivilstandsbeamter zwischen 1956 und 1973. In dieser Funktion traute Villiger unter anderem am 19. September 1959 das Ehepaar Berta und Anton Bucher. «Zwei Tage später heirateten wir auch noch kirchlich, es war ein schönes Fest», erinnert sich Berta Bucher an jene Zeit vor über sechs Jahrzehnten.

Der Clou: Buchers bewohnen seit fünf Jahren eine Wohnung im St.Martin, «Posthans» Villiger zog im Herbst vergangenen Jahres in ein Zimmer im Alterswohnheim. Und so begegnen sich das Brautpaar von 1959 und ihr damaliger Zivilstandsbeamter immer wieder auf einem kurzen Spaziergang durch den idyllischen Park mit dem Kräutergarten.

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