Der ehemalige Wirt des Ägeribads wehrt sich

Thomas Mühlheim widerspricht den Äusserungen des Geschäftsführers zu seinem Ausscheiden aus dem Betrieb.

Raphael Biermayr
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Das Ägeribad in Oberägeri.

Das Ägeribad in Oberägeri.

Bild: Werner Schelbert (3. August 2018)

Thomas Mühlheim, der ehemalige Wirt des Restaurants Lago im Ägeribad, ist nach eigenen Angaben erschrocken, als er am kürzlich in unserer Zeitung den Artikel über seinen Nachfolger gelesen hat. In diesem Beitrag gab der Ägeribad-Geschäftsführer Tobias Herger an, Mühlheim hätte die angestrebte Neuausrichtung des «Lago» in Oberägeri nicht mitgetragen und deshalb gekündigt.

Das neue Konzept sieht unter anderem Kindergeburtstagsparty und Musikabende vor. «Das haben wir schon lange umgesetzt», sagt Thomas Mühlheim. «Bei uns im Restaurant fanden zahlreiche Kinderpartys statt. Gerade kürzlich hat mir eine Zugerin ein Kompliment gemacht, wie gut wir ihren Anlass organisiert hatten und wie glücklich ihr Kind darüber war.» Auch Livemusik hätte es im «Lago» ab und zu gegeben.

Marroniverkauf sorgte für Unmut

Mühlheim bestätigt indes die Angabe von Tobias Herger, dass er das Bad auf eigenen Wunsch verlassen hat. Dies unter anderem wegen Vorkommnisse nach den Weihnachtstagen: «Der Geschäftsführer sagte mir, ich sollte vor dem Bad Marroni verkaufen, und kaufte für tausend Franken einen Marroniofen. Ich fand das Quatsch und behielt recht: Es war ein grosses Verlustgeschäft», schildert Thomas Mühlheim. Darüber hinaus hätte Herger ihm «ständig reingeredet, obwohl ich immer für Vorschläge offen war». Und schliesslich hätte der Wirt von seinem Vorgesetzten kein Vertrauen mehr gespürt, was ihm «durch verschiedene Aktionen», auf die er nicht näher eingehen will, vor Augen geführt worden sei.

Unsere Zeitung bat den Ägeribad-Geschäftsführer um eine Stellungnahme zu den Ausführungen des ehemaligen Wirts. Tobias Herger schreibt allgemein: «Thomas Mühlheim hatte als Gastroleiter eine Schlüsselposition innerhalb der Ägeribad AG. Es zeigte sich, dass es unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Restaurants Lago gab. Die angestrebte Neuausrichtung zusammen mit ihm unter diesen Voraussetzungen umzusetzen, wäre schwierig gewesen.»

Thomas Mühlheim, der das «Lago» mit seiner Frau Daniela führte, wird wohl bald einen anderen Betrieb im Kanton Zug übernehmen. Welchen, verrät er derzeit nicht: Die Verträge seien noch nicht unterschrieben.