Die Buslinie 42 führt neu bis Knonau

Die Endhaltestelle der Buslinie 42 von Cham Bahnhof in Richtung Pfad verschiebt sich nordwärts.

Marco Morosoli
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Die Protagonisten der Testfahrt: Die Knonauer Gemeinderäte Nathanaël Wenger und Marianne Domeisen (von links), die Chamer Gemeinderäte Rolf Ineichen, Christine Blättler-Müller und Drin Alaj, der Chamer Gemeindepräsident Georges Helfenstein, der Zuger Baudirektor Florian Weber, Knonaus Gemeindepräsidentin Esther Breitenmoser, die Knonauer Gemeinderäte Rico Roth und Dominik Stöckli sowie ZVB-Unternehmensleiter Cyril Weber.

Die Protagonisten der Testfahrt: Die Knonauer Gemeinderäte Nathanaël Wenger und Marianne Domeisen (von links), die Chamer Gemeinderäte Rolf Ineichen, Christine Blättler-Müller und Drin Alaj, der Chamer Gemeindepräsident Georges Helfenstein, der Zuger Baudirektor Florian Weber, Knonaus Gemeindepräsidentin Esther Breitenmoser, die Knonauer Gemeinderäte Rico Roth und Dominik Stöckli sowie ZVB-Unternehmensleiter Cyril Weber.

Bild: PD/Silja Studer

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag geht in Genf die grösste zusammenhängende und grenzüberschreitende S-Bahn Europas in Betrieb. Auch die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) überfahren zum ersten Mal eine Grenze, nämlich jene zum Kanton Zürich. Dies geschieht durch eine einfache Optimierung. Die Buslinie 42 vom Chamer Bahnhof in Richtung Cham Pfad fährt von Montag bis Freitag mit dem Fahrplanwechsel alle halbe Stunde weiter nach Knonau (Kanton Zürich). Wie bei der gestrigen Jungfernfahrt zu erfahren war, bewegt sich die Investition für diese Busverbindung in einem mittleren vierstelligen Betrag – pro Jahr. Dies gelingt, da bisher zum Umlauf gehörende Stillstandszeiten eliminiert werden.

Für den Chamer Gemeindepräsidenten Georges Helfen­stein hat die Fahrt nach Knonau den Charakter eines «Meilensteins». Der Chamer Gemeinderat Drin Alaj, zu seinem Ressort gehört auch der öffentliche Verkehr, bezeichnet die neue Verbindung «als eine gute Sache». Alaj lobt auch das Tempo bei der Umsetzung des neuen Busastes nach Knonau. Innerhalb von 18 Monaten sei der Auftrag, er geht auf eine erheblich erklärte SVP-Motion zurück, erfüllt worden.

Der Zuger Baudirektor Florian Weber, in dessen Direktion die Abteilung für öffentlichen Verkehr seit diesem Jahr untergeordnet ist, spricht von der Offenheit im Kanton Zug: «Zug als Zentrum und Hub im Norden der Zentralschweiz verbindet schon lange die umliegenden Ortschaften zum Wohl der eigenen Bevölkerung und den Gemeinden in den Nachbarkantonen.» Der Baudirektor rührt auch gehörig die Werbetrommel für den Bus: «Die Busverlängerung, welche wir heute feiern, bringt vor allem den Einwohnern im Säuliamt, den Rischern, Hünenbergern und Chamern einen grossen Gewinn.»

Der Weg über Zug lohne sich nicht mehr und zudem würden die Bahnfahrer in Knonau Züge erwarten, in denen es noch viele freie Plätze gebe. Für Weber ist die Erweiterung in Richtung Zürich eine logische Folge der Entwicklung der vergangenen Jahre: «So gehören Knonau, Sins und Goldau zum Grossraum Zug wie Lörrach und Mulhouse zum Grossraum von Basel.»

Das Papieri-Areal als Entwicklungsgebiet

Entlang der Achse der verlängerten Buslinie 42 liegen auch das Papieri-Areal und das Sportzentrum OYM, welches der amtierende EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel als Privatmann errichtet. Einer der Mieter ist der EVZ. Die Einrichtung nutzen aber auch andere Spitzenathleten. Mit attraktiven Anschlüssen sind dies auch potenzielle Kunden des öffentlichen Verkehrs. Als Eröffnungstermin des Leistungszentrums ist der 23. März 2020 festgesetzt.

Auch für Esther Breitenstein, Gemeindepräsidentin von Knonau, ist der neue Bus ein Gewinn: «Die Fahrt zum Fussballplatz Eizmoos, zur Andreas Klinik oder zum Zugersee ist einfacher.» Cham und Knonau würden noch näher zusammenrücken. Die Verlängerung der Buslinie 42 ist vorerst als Provisorium für drei Jahre gedacht. Dann entscheiden die involvierten Parteien über eine Weiterführung. Baudirektor Florian Weber sagt: «Ich hoffe, dass das Angebot stark genutzt wird und so aus dem Provisorium ein ‹Providurium› wird.»

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Laura Sibold

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