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Der Erusbach wird renaturiert

In Bettwil will Pro Natura Aargau den Erusbach renaturieren. Vorbild ist Schongau LU.
Fabio Vonarburg
Matthias Betsche, Präsident (links), und Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau. (Bild: Fabio Vonarburg)

Matthias Betsche, Präsident (links), und Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau. (Bild: Fabio Vonarburg)

Der Erusbach fliesst von Schongau im Kanton Luzern ins aargauische Bettwil. Auf Luzerner Boden herrscht links und rechts des Baches dichte Vegetation. Libellen schwirren umher, eine Heuschrecke hüpft über den Wanderweg, der in Schongau entlang des Baches in Richtung Bettwil führt. Und dann ist das Feuchtgebiet plötzlich zu Ende. Exakt an der Kantonsgrenze verschwindet der Erusbach im Untergrund.

«Ausgerechnet im Wasserkanton Aargau verlaufen ein Drittel der Gewässer unter dem Boden», sagt Matthias Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau. Zudem habe es früher als technischer Fortschritt gegolten, einen Bach trockenzulegen und den Wasserabfluss durch das Drainieren der Böden zu fördern. Dadurch hat der Kanton 90 Prozent seiner Feuchtgebiete verloren.

Pro Natura Aargau hat sich zum Ziel gesetzt, einen Teil dieser Feuchtgebiete wieder der Natur zurückzugeben. Das Ziel: Zerstörte Quellfluren, Feuchtwiesen und Moore wieder mit ausreichend Wasser versorgen und damit wiederbeleben. «Wir brauchen Feuchtgebiete in Wald und Flur für den lokalen Klimaschutz», sagt Betsche. Diese Massnahme würde zahllosen Organismen das Überleben sichern und Bäche vor Austrocknung und Überhitzung schützen. Zudem würde die Renaturierung von Feuchtgebieten das lokale Klima günstig beeinflussen und den Klimawandel somit erträglicher machen.

Das Projekt 
in Bettwil

Eine konkrete Projektidee verfolgt Pro Natura Aargau in Bettwil. Die Umweltorganisation möchte gerne, dass im Gebiet Weiherächer der Erusbach renaturiert und eine Bachaue geschaffen wird. Ähnlich, wie dies 2006 auf Schongauer Boden gemacht wurde. Dazu hat Pro Natura bei der laufenden Revision der Nutzungsplanung in Bettwil eine Einsprache gemacht. Die Forderung: Der Weiherächer soll aus der Landwirtschafts- bzw. Bauzone entlassen und einer Naturschutzzone oder einer besonderen Zone für Naturerlebnis zugewiesen werden. Zu diesem Vorhaben von Pro Natura Aargau kann der Bettwiler Gemeinderat derzeit noch keine Stellung nehmen, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Die Renaturierung im Gebiet Weiherächer soll aber nur der erste Schritt sein. Die Vision der Naturschützer von Pro Natura Aargau geht viel weiter. Sie möchten, dass der Erusbach auch auf Bettwiler Boden komplett wieder an die Oberfläche geholt wird. Sprich: Zukünftig soll die Kantonsgrenze zwischen Luzern und Aargau nicht mehr anhand des Erusbaches sichtbar sein.

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