Der EVZ ordnet seine Sportstruktur neu

Im Nachwuchsbereich sind nun alle Trainer Vollprofis – und im sportlichen Bereich gibt es jetzt klare Abgrenzungen.

Marco Morosoli
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Der EVZ hat im vergangenen Geschäftsjahr beim Umsatz zum ersten Mal die 30-Millionen-Franken-Grenze geknackt. Damit ist der wichtigste Sportverein im Kanton Zug definitiv zu einem mittelgrossen Unternehmen herangewachsen. Jetzt hat der Klub auch noch seine Sportstruktur neu geordnet, wie der EVZ am vergangenen Mittwoch in einer Pressemitteilung geschrieben hat. Im Zuge dieses Optimierungsprozesses ist auch die Stelle von Lars Weibel («The Hockey Academy»), der zum schweizerischen Eishockeyverband gewechselt hat, wieder besetzt. Roland Schmid übernimmt diese verantwortungsvolle Aufgabe. Allerdings sieht das Pflichtenheft von Schmid, der seit 2014 in der EVZ-Organisation arbeitet, ein wenig anders aus.

Neu umfasst der Bereich der Hockey Academy nicht nur die vier Schulklassen mit den Athleten von der Hockey Academy, sondern die drei Leistungs- und Ausbildungsteams EVZ-Academy (Swiss League), U20-Elit und U17-Elit.

Die Trainer sind schon länger beim EVZ

Aus diesen drei Equipen rekrutieren sich die meisten Absolventen des Ausbildungskonzepts Hockey Academy. Für die vorgenannten Teams trägt Roland Schmid sportlich die Verantwortung. Die Head-Coaches der vorgenannten Teams stehen Schmid zur Seite. Der Head-Coach des Academy-Teams, Roger Hansson, ist gleichzeitig noch Head of Development. Der Schwede hat sich schon im August dahingehend geäussert, dass er grosser Interesse an einem längerfristigen Engagement habe. Zupass kommt dem EVZ bei der Umstrukturierung des Sportbereichs, dass die Nachwuchstrainer, welche jetzt alle Vollprofis sind, bereits zum Teil seit Längerem zur EVZ-Organisation gehören. Nur gerade Sven Lindemann ist auf diese Saison als Trainer U15-Elit nach Zug zurückgekehrt. Bis anhin einem Teilzeitpensum angestellt, übernimmt er nun die neu geschaffene Funktion eines Nachwuchs-Sportchefs. Wie Roger Hansson (Swiss League), Fabio Schumacher (U20-Elit) und Marcel Jenni (U17-Elit) hat Lindemann lange Jahre selber auf höchstem Niveau Eishockey gespielt. Er weiss somit aus eigener Erfahrung, wie dieses schnelle Spiel funktioniert. Diese Grundlage ist in Bezug auf den Trainerjob im Nachwuchsbereich nicht hoch genug einzuschätzen.

«Ich möchte am Puls der Spieler bleiben»

Über eine lange Erfahrung in verschiedenen Bereichen rund ums Eishockey verfügt auch Roland Schmid. Von 2001 bis 2014 hatte Schmid beim SC Rapperswil-Jona verschiedene Chargen inne. Unter anderem hat er auch als Assistenz-Trainer beim National-League-Team der St. Galler gearbeitet. Zudem verfügt der Zuger über alle notwendigen Trainerdiplome. In den vergangenen Monaten hat er zusammen mit dem EVZ-General-Manager Sport, Reto Kläy, verschiedene Arbeiten erledigt. Gewandt ist er auch in administrativen Dingen.

Eines stellt Roland Schmid gegenüber dem EVZ-Magazin Eiszeit klar: «Ich bin kein Bürotiger. Ich möchte immer ein Bein in der Garderobe haben, um am Puls der Spieler und der Coaches zu bleiben.» Zudem gäbe es nichts Schöneres, als zu sehen, wenn ein junger Spieler, den man betreut und ausgebildet habe, den Sprung in die National League oder gar die NHL schaffe.

Die vollzogene Umstrukturierung hat wohl ein neues Organigramm ergeben. Die Zahl der Festangestellten im Sportbereich hat sich jedoch nicht verändert. Auch der Nachwuchschef Andreas Tresch bleibt dem EVZ treu.

Wie in EVZ-Kreisen zu hören ist, hätte es die Umstrukturierung auch gegeben, wenn nicht im kommenden März das Sportzentrum OYM in Cham eröffnet würde. Aber es wird doch eine Änderung geben, welche tiefgreifend ist. Neben dem National-League-Team und dem Swiss-League-Team zügeln auch die U20-Elit wie auch die U17-Elit. Ins neue Sportzentrum, welches der EVZ-Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Strebel als Privatmann erbaut hat. Neben einer Eisbahn hat es in diesem Gebäude weitere sportliche Einrichtungen, welche den Nutzern zur Verfügung steht. Die Akteure kommen dann jeweils nur noch für die Spiele in die Bossard- respektive die Academy-Arena.