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Der Fall Romer kann ad acta gelegt werden

Das Bundesgericht bestätigte am Donnerstag das Urteil des Zuger Obergerichts im Fall Ivo Romer. Er sei froh über den endgültigen Abschluss, kommentiert der damalige Präsident der PUK des Grossen Gemeinderats Jürg Messmer.
Cornelia Bisch
Der ehemalige Stadtrat Ivo Romer vor dem Zuger Strafgericht. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Februar 2017)

Der ehemalige Stadtrat Ivo Romer vor dem Zuger Strafgericht. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Februar 2017)

Der ehemalige Zuger FDP-Stadtrat Ivo Romer (55) muss ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat seine Beschwerde gegen die Verurteilung wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, Geldwäscherei und weiterer Delikte abgewiesen. Er muss eine Gefängnisstrafe von 55 Monaten (4 Jahre und 7 Monate) verbüssen. Als verbüsst gelten 5 Monate.

Romer hat eine vermögende Witwe um fast ihr gesamtes Vermögen in der Höhe von 6 Millionen Franken gebracht. Nachweisbar war ein Deliktsbetrag von rund zwei Millionen Franken. Die juristische Aufarbeitung des Falls dauerte gut sieben Jahre. Das Urteil ist rechtskräftig. Politisch gilt der Fall seit dem Bericht einer parlamentarischen Untersuchungskommission des Grossen Gemeinderates der Stadt Zug als aufgearbeitet (siehe Box).

Aufsichtspflicht nicht vernachlässigt

«Ich bin froh, dass es nach der langen Zeit nun zu einem Abschluss gekommen ist», betont Jürg Messmer (SVP), Mitglied des Grossen Gemeinderats (GGR), der damals die Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) leitete. «Auch für die Familien der Beteiligten war dies sicher eine beschwerliche Zeit.» Er selbst werde noch immer auf den Fall angesprochen. «Nun kann ich den Leuten eine Antwort geben, der Fall wird definitiv ad acta gelegt, und man kann wieder nach vorne schauen», resümiert Messmer.

Als Leiter der sechsköpfigen Kommission hatte er 2014 den Fall von der politischen Seite her untersucht. «Obwohl wir keine Akteneinsicht ins Strafverfahren hatten, war es wichtig festzustellen, ob von Seite des Stadtrats alles mit rechten Dingen zugegangen war und keine Ratsmitglieder ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hatten.» Die PUK sei jedoch zur Erkenntnis gelangt, dass alles sauber abgelaufen sei. «Ivo Romer hat sich in seiner Funktion als Stadtrat nichts zuschulden kommen lassen.»

Wie geht es nun weiter mit Ivo Romer? Das Urteil des Bundesgerichts ist auch dem Zuger Obergericht bekannt. Dieses wird das kantonale Amt für Justizvollzug beauftragen, das Urteil gegen Ivo Romer zu vollziehen. Wo Ivo Romer seine Gefängnisstrafe verbüssen wird, ist nicht bekannt.

Was im Fall Ivo Romer alles geschah

Der ehemalige Zuger FDP-Stadtrat Ivo Romer wird eine Gefängnisstrafe verbüssen müssen. Wie kam es zu Romers Verurteilung:

2004: Ivo Romer lernte im Rahmen seiner Tätigkeit als Angestellter einer Schweizer Grossbank eine vermögende Witwe kennen. Er kümmert sich um deren Vermögen.

2006: Der Arbeitgeber Ivo Romers führt gegen ihn eine interne Untersuchung. Romer wird in der Folge freigestellt. Er arbeitet ab dann als privater Vermögensverwalter. Das einzige Mandat soll die Verwaltung des Vermögens der betagten Witwe gewesen sein.

2009: Der Stadtrat erklärt Ivo Romer nach dem Rücktritt des FDP-Stadtrats Ulrich Straub als gewählt. Romer war der einzige Ersatzkandidat der Partei. Romer wird zuerst Vorsteher des Bildungsdepartements, später Chef des Finanzdepartements.

2011: Im September stirbt die vermögende Witwe im Alter von 96 Jahren. Ihr Vermögen, das ursprünglich 6 Millionen Franken betragen haben soll, ist bis auf 16000 Franken aufgebraucht.

2012: Gegen Ivo Romer wird von den Kindern der Verstorbenen Anzeige erstattet. Ihm wird Veruntreuung, Betrug, Urkundenfälschung sowie Geldwäscherei vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug nimmt Ermittlungen gegen Romer auf. Im Dezember tritt der FDP-Stadtrat zurück.

2014: Eine parlamentarische Untersuchungskommission des Grossen Gemeinderats präsentiert ihren Bericht. In die Kritik geraten Stadtrat Andreas Bossard und die städtische Vormundschaftsbehörde. Sie hätten Romer zu wenig auf die Finger geschaut, als Angehörige der Verstorbenen Unregelmässigkeiten monierten.

2017: Das Strafgericht verurteilt Ivo Romer zu einer Strafe von 4,5 Jahren. Im Dezember findet die Berufungsverhandlung statt. 2018: Ivo Romer wird am 25. April vom Obergericht des Kantons Zug zu einer Freiheitsstrafe von 55 Monaten verurteilt.

2019: Das Bundesgericht stützt das Urteil der Vorinstanz. (haz)

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