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Der fleissige Schlosser aus Baar

Knapp 34 Jahre lang arbeitete Beat Wolf beim Werkdienst Baar. Im Gespräch erzählt er, wieso er so lange blieb.
Vanessa Varisco
Als Abschiedsgeschenk erhielt Beat Wolf von seinen Kollegen eine Bank.Bild: Maria Schmid (Neuheim, 10. Oktober 2019)

Als Abschiedsgeschenk erhielt Beat Wolf von seinen Kollegen eine Bank.Bild: Maria Schmid (Neuheim, 10. Oktober 2019)

Er erinnere sich gut an seinen ersten Tag beim Werkdienst Baar, erzählt Beat Wolf. «Am Nachmittag durfte ich mit dem Auto nach Allenwinden fahren und dort eine Kanne Benzin abliefern. Dass man mir genug vertraut hat, dass ich bereits am ersten Tag alleine mit dem Auto von Baar nach Allenwinden fahren durfte, machte mich stolz», verrät der 65-Jährige und lächelt. Der Neuheimer arbeitete 34 Jahre als Schlosser im Dienst der Gemeinde Baar und wurde kürzlich pensioniert. Damals sei alles noch ein wenig anders abgelaufen als heute. Die ersten Jahre habe nämlich sein Vater noch im gleichen Betrieb gearbeitet. «Das war doch etwas Spezielles», findet der Neuheimer. Zu seinem Aufgabenbereich gehörte Verschiedenes: Einerseits hat er Signalisationen aufgestellt, Bushaltestellen unterhalten und Hausnummern angebracht.

Aber zu seinen Kernaufgaben gehörte die Schlosserei und damit der Unterhalt der Fahrzeuge, die von Herbst bis Frühling im Einsatz für den Winterdienst sind. «Das gibt viel zu tun», weiss Beat Wolf und erklärt: «Die 15 Wintergeräte wie beispielsweise die Schneepflüge in Schuss zu halten, kostete zu zweit zwei Monate Arbeit.» Doch Beat Wolf machte das Spass – insbesondere auch wegen der Kameradschaft. «Im Werkhof Baar unterstützte man sich gegenseitig und zog an einem Strang.» Und über die Jahre haben sich auch echte Freundschaften entwickelt.

Kameradschaft wurde gepflegt

Mit einem Kollegen, Bruno Bernet, welcher am gleichen Tag wie Beat Wolf in den Werkdienst eingetreten ist, verbindet er besondere Erinnerungen. «Wir hatten die Aufgabe, die Hydranten in der Gemeinde neu anzumalen», beginnt er und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Tagelang seien sie zu zweit mit dem kleinsten Auto des Werkdienstes von Hydrant zu Hydrant gefahren und hätten ganz Baar inklusive Allenwinden und der Region um die Lorzentobelbrücke kennen gelernt. «Auf den Hydranten vor dem Feuerwehrdepot haben wir schliesslich ein Männchen gemalt», erinnert er sich mit einem amüsierten Funkeln in den Augen. Bruno Bernet war bei der Wartung der Winterdienstmaschinen auch dafür zuständig, dass sie einen frischen Anstrich bekommen. Dementsprechend haben sie jahrelang zusammengearbeitet.

Doch nicht nur die Kameradschaft haben Beat Wolf dazu bewogen, 34 Jahre lang beim Werkdienst zu bleiben. «Die Vorgesetzten haben uns sehr respektvoll behandelt», ist er überzeugt und führt aus: «Es war die ganze Zeit über ein Geben und Nehmen.» Denn neben der Arbeit ist Beat Wolf begeisterter und erfolgreicher Springreiter. Davon zeugt auch seine Wohnung: An der Wand hängen zahlreiche Fotos von Turnieren und Pferden. Zwei Schweizer-Meister-Titel in der Kategorie Senioren hat er gewonnen. «Und Pferde sind natürlich ein aufwendiges Hobby. Morgens, mittags und abends war ich im Stall und am Wochenende auf Turnieren. Umso mehr habe ich das Entgegenkommen der Arbeitgeber geschätzt», erläutert er.

Langweilig wird ihm noch lange nicht

Seine zwei Pferde sind mitunter der Grund, weshalb ihm nach seiner Pensionierung im Sommer nicht langweilig wird. Und auch sein Enkelkind hält ihn auf Trab. «Man muss in Bewegung bleiben, sonst wird man alt», findet er. Abschiedsschmerz verspüre er keinen. «Ich habe mich lange auf die Pensionierung vorbereitet, sie kam ja nicht unerwartet. Der tägliche Kontakt zu den Kollegen wird mir vielleicht doch ein wenig fehlen», gibt er zu. Der Beweis, dass seine Kollegen ihn mindestens so sehr geschätzt haben, steht in seinem Garten: Beim Abschiedsessen haben sie ihm eine Bank aus gefällten Birnenbäumen geschenkt. Ein Blickfang ist sie, mit den dicken Holzplatten als Sitzfläche und der knorrigen Textur an der Lehne.

Selbst die Gemeinde Baar wird Beat Wolf, den fleissigen Schlosser, wohl nicht so schnell vergessen, steht doch ein beeindruckendes Werk seines Schaffens am Bahnhof: das grosse Eisenbahnmodell mit den roten Rädern, dem sorgfältigen konstruierten Schlot und dem Gemeindewappen auf der Seite. Jedes Jahr wird die Lokomotive mit Blumen bepflanzt und ist damit ein Aushängeschild der Gemeinde. «Diese Lokomotive macht mich doch ein wenig stolz», so Wolf.

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