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Kanton Zug: Der frühe Wahlkampf ist auch eine Frage des Geldes

Sie fallen auf, die Plakate der FDP-Regierungsratskandidaten im Kanton Zug. Dass diese bereits jetzt hängen, gehört zur Strategie. Unter Druck gesetzt fühlen sich andere Parteien nicht. Sie verweisen unter anderem auf ihr knappes Budget.
Christopher Gilb
Die Wahlplakate in der Gemeinde Cham 2014. (Bild: Werner Schelbert, 28. August 2014)

Die Wahlplakate in der Gemeinde Cham 2014. (Bild: Werner Schelbert, 28. August 2014)

Die Zuger FDP ist mit der Plakatierung für den Regierungsratswahlkampf am frühesten gestartet. Schon mitten im Sommer wurden die ersten Plakate mit den lächelnden Gesichtern der beiden Kandidaten Andreas Hostettler (Baar) und Florian Weber (Walchwil) aufgehängt. Dies, obwohl es bis zur Gesamterneuerungswahl am 7. Oktober noch einige Zeit hin ist.

«In der Regel wird zu spät in den Wahlkampf eingestiegen», so FDP-Regierungsratskandidat Andreas Hostettler auf schriftliche Nachfrage. «Ganz nach dem Sprichwort: ‹Der frühe Vogel fängt den Wurm›, haben wir deshalb bereits jetzt begonnen.» Zudem sei die FDP durch die Doppelvakanz doppelt gefordert, respektive herausgefordert, so Hostettler. «Da wir mit zwei neuen und noch nicht so bekannten Kandidaten und dazu noch ohne Frau, ins Rennen steigen.» Die Plakatkampagne diene nun in einem ersten Schritt dazu, eine Grundbekanntheit sicherzustellen. Dazu kämen punktuelle Inserate in Zeitungen und Publikationen und später Aktivitäten an Anlässen sowie der persönliche Kontakt mit den Stimm- und Wahlbürgern dazu.

«Aktiver Wahlkampf dient der Demokratie»

Doch was macht dieser frühe Einstieg mit den anderen Parteien, fühlen sie sich unter Druck gesetzt? «Dies zeigt halt, welche Interessen die FDP vertritt, nämlich jene des Grosskapitals, das mit kräftigen Finanzspritzen den politischen Einfluss sicherstellt», schreibt ALG-Wahlkampfchef Marco Knobel auf Anfrage. Finanziell könnte die basis-finanzierte ALG da nicht mithalten. «Unser Regierungsratskandidat Andreas Hürlimann sucht intensiv den direkten Kontakt zur Bevölkerung. Für Spätsommer beziehungsweise Herbst haben wir dann auch Plakate geschaltet, aber sicher nicht im Umfang der FDP.»

Auf ihrer Seite www.filzfrei.ch legt die ALG ihr Budget für den Wahlkampf komplett offen. Bisher stehen der Partei 115000 Franken zur Verfügung. Auf die Frage des Gesamtbudgets seiner Partei für den Wahlkampf schreibt FDP-Kandidat Hostettler: «Das kann ich so gar nicht sagen, da dieses aus verschiedenen Teilbudgets der Sektionen, des Kantons und von uns Kandidaten persönlich besteht.» Erstaunt habe ihn aber, zu welch guten Konditionen eine solche Plakatkampagne gemacht werden könne.

Der SP stünden 80000 Franken aus der Parteikasse für den Wahlkampf zur Verfügung, wie ihre Regierungsratskandidatin Barbara Gysel schreibt. Zur Plakatkampagne der FDP meint sie, dass ein aktiver Wahlkampf der Demokratie diene. «Aktuell sind in Zug schon jetzt verschiedene Parteien – mit unterschiedlichen Strategien – öffentlich unterwegs und das ist auch gut so.» Auch das Portemonnaie spiele eine Rolle, aber es sei zum Glück nicht alleine matchentscheidend. «Sonst wäre die SP ja nicht die zweitgrösste Partei der Schweiz, und noch vor der FDP.»

Kein Geld für den «Vorwahlkampf»

SVP-Wahlkampfleiter Daniel Staffelbach nimmt kurz und knapp Stellung: Hat diese frühe Plakataktion einen Einfluss auf den Regierungsratswahlkampf der SVP? «Nein.» Was halten Sie von dieser Strategie? «Wir haben uns anders entschieden.» Wie sieht die eigene Strategie aus? «Anders.» Wie hoch ist das Wahlkampfbudget der SVP? «Variabel, je nach unserer Kompetenz, Spenden zu generieren.»

GLP-Regierungsratskandidat Daniel Stadlin kann der Strategie der FDP durchaus etwas abgewinnen. «Das ist gut, um einen bekannter zu machen.» Seine Partei habe das Geld für so einen Vorwahlkampf aber nicht. Der Start ihrer Plakataktionen sei der 20. August, also dann, wenn wieder alle von den Ferien daheim seien. Insgesamt stünden der GLP ungefähr 70 000 Franken zur Verfügung.

Die CVP antwortet zurückhaltend. «Es steht uns nicht zu, die strategische Vorgehensweise anderer Parteien im Wahlkampf zu kommentieren», so CVP-Wahlkampfleiter Jean Luc Mösch. Auch die eigene Strategie möchte er nicht bekannt gegeben. Eine publik gemachte Strategie sei ja keine mehr. Wie schon die FDP und die SVP nennt auch die CVP keine konkreten Zahlen. Das Budget hänge von der gewählten Strategie ab. Jene also, die auch nicht bekannt gegeben wird.

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