Leserbrief

Der Gemütszustand verändert sich

Zum Leserbrief «5G ermöglicht einen technologischen, qualitativen Fortschritt», Ausgabe vom 6. August

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Es wird gefordert, mit dem Ausbau von 5G vorwärtszumachen, und mit der Angst gearbeitet, dass man sonst in wirtschaftlichen Rückstand gerate; die Welt (und Zug) scheint zum Stillstand verdammt ohne 5G. Ignoriert werden die unzähligen Studien (emfdata.org.de), die auf die Gefährlichkeit von elektromagnetscher Strahlung auf alles Leben hinweisen und liefert keinen Gegenbeweis der Unschädlichkeit.

Weiterhin wird mit dem Detail gearbeitet, dass die (allenfalls) gefährliche Strahlung ja «nur» vom eigenen Handy ausgeht: Mit 5G und dem IoT kann sich niemand mehr der flächendeckenden Strahlung entziehen, es muss ja auch in die Wohnungen, Schlaf- und Kinderzimmer strahlen, damit unsere intelligenten Dinge funktionieren.

Leserbriefschreiber Cédric Schmid möchte gerne «qualitativen Fortschritt» anstelle von Wirtschaftswachstum. Jedoch geht es doch nur darum, wer der schnellste ist. Man baut 5G aus, ohne dass ein Messverfahren für die Kontrolle der Grenzwerte bei 5G zur Verfügung steht, noch eine Vollzugshilfe zur Qualitätsüberprüfung abgegeben werden kann. Testmessungen haben in Frankreich gezeigt, dass die Grenzwerte bei adaptiven Antennen um ein Vielfaches überschritten werden.

Wohlstand und Lebensqualität möchten mit 5G gesichert und gesteigert werden. Dann sollten wir uns darüber Gedanken machen, dass sich mit zunehmender elektromagnetischer Verschmutzung unser Gemütszustand verändert, Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsprobleme zunehmen, uns Herz-Kreislauf-Veränderungen und Muskelbeschwerden einschränken werden und Tinnitus ein möglicher ständiger Begleiter wird. Heute wird schon fleissig am Ausbau mit Glasfaser gearbeitet. Diese sichere Verbindung ist nötig, da Mobilfunk immer anfällig auf Störungen oder Sicherheitslücken bleiben wird. Industriebetriebe setzen das auch heute schon so um. Der Traum von autonomen Fahrzeugen ist für viele wohl eher ein Albtraum und, wie jüngst eine Studie gezeigt hat, wohl eher Stoff für Filme. Es ist an uns, mit unserem ganzen Wissen Verantwortung für unsere Umwelt und uns selbst zu übernehmen und 5G zu sistieren.

Sylvia Tobias-Treichel, Zug