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«DER GROSSE KATER»: «Bruno Ganz verkörpert seine Rolle fulminant»

«Der grosse Kater», adaptiert nach dem gleichnamigen Bestseller, ist in den Schweizer Kinos angelaufen. Der Zuger Autor Thomas Hürlimann ist von der Umsetzung begeistert.

Thomas Hürlimann, hätten Sie gedacht, dass aus «Der grosse Kater» (1989) einmal ein Film entstehen würde?

Thomas Hürlimann: Nein, aber ich wurde ab und zu von Theaterregisseuren gefragt, ob man aus dem Stoff nicht ein Stück machen könnte. Das liegt deshalb nahe, weil der Roman sich an die Einheit von Zeit, Ort und Handlung hält, wie eine klassische Tragödie. Am Schluss allerdings, wenn Katers Verstand zerfällt, wird diese Einheit gesprengt.

Ist es für Sie als Schriftsteller so etwas wie eine Krönung, wenn aus einem Roman auch ein Film entsteht oder bereitet es eher Mühe, den Stoff aus den Händen zu geben?

Hürlimann: Wer einen Roman liest, macht daraus Fantasiekino. Meine Arbeit ist dann gelungen, wenn dies möglich ist. Dass nun eine bestimmte Lesart zu einem Film wird, freut mich.

Haben Sie am Drehbuch mitgearbeitet?

Hürlimann: Ich war in einer bestimmten Phase beteiligt, habe mich aber wieder zurückgezogen. Später habe ich oft und gern mit Claus Hant, der zusammen mit Dietmar Güntsche das Drehbuch schrieb, bestimmte Probleme besprochen. Das geschah allerdings erst, als es um den Endschnitt ging.

Wie war Ihr Kontakt mit Bruno Ganz (siehe Still aus dem Film oben) in Bezug auf das Buch und seine Rolle?

Hürlimann: Wir lernten uns erst nach den Dreharbeiten näher kennen. Grosse Schauspieler darf man beim Heranpirschen an eine Figur nicht stören, schon gar nicht als Autor.

Was empfanden Sie, als Sie den Film gesehen haben?

Hürlimann: Ich sass allein in einem Berliner Kino. Die grandiosen Schauspieler liessen mich vergessen, dass ich der Verfilmung eines eigenen Romans zusehe.

Wie schätzen Sie die Verkörperung von Bruno Ganz als Bundespräsident ein?

Hürlimann: Fulminant.

Der Roman ist Ende der 70er-Jahre angesiedelt, als Ihr Vater Bundespräsident war. Der Film spielt in der heutigen Zeit. Was glauben Sie, hat sich im Bundesrat seither verändert?

Hürlimann: Als der Roman erschien, stiess er in der Schweiz teilweise auf Unverständnis. Damals hiess es: Bei uns ist doch alles viel harmloser. Das sagt heute niemand mehr.

Interview pd

Trailer des Films:

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