Leserbrief
Der Hintergrund der Rede von Trump

«Trump sieht Problem nicht beim Waffengesetz», Ausgabe vom 6. August

Michel Ebinger Rotkreuz
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Ich habe die Rede von Donald Trump betreffend den beiden Massakern vom Wochenende verfolgt. Was im Moment abläuft, ist gefährlich. Nach dem 11. September 2001 wurde der Terroranschlag verwendet, um weltweit den Polizeistaat zu installieren. Man log dem Volk vor, es ginge nur um den Kampf gegen den Terror und schon wurde jede Einschränkung der Freiheit hingenommen. Jetzt wird das Internet an den Pranger gestellt und es wird, betont, man müsse mehr gegen Geistesgestörte unternehmen und sie auch internieren können. Wenn man weiter denkt, ist das eine Kampfansage gegen alle, die anders sind oder anders denken und zum Beispiel auf Facebook ihre freie Meinung äussern. Es wird noch mehr Sperrungen auf Facebook geben von freien Menschen, die sich erlauben anders zu denken als der Mainstream und dem Staat widersprechen. Und noch mehr Menschen werden in psychiatrische Anstalten «entsorgt».

Beamte und Regierungen werden sich noch mehr auf die Dummheit der Algorithmen verlassen, um scheinbare Gefährdungen zu eliminieren. Menschen, die anders sind, werden es noch schwerer haben. Und wir in Europa werden wie immer alles widerspruchslos nachvollziehen, weil auch bei uns zu wenige selber denken und es leichter ist, mit Angst zu politisieren, statt Lösungen zu suchen.Und das alles, weil ein amerikanischer Präsident wiedergewählt werden will und dafür die Hilfe der Waffenlobby braucht. Nicht Trump ist das Problem, sondern unsere Angst zu widersprechen und selber zu denken.

Michel Ebinger Rotkreuz