Der höchste EVZ-Nachwuchscoach sagt: «Talent ist keine Garantie»

Für den Trainer des U20-Elit-Teams des EV Zug, Fabio Schumacher (36), steht nicht in erster Linie die Rangierung des Teams im Fokus.

Interview: Michael Wyss
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Fabio Schumacher (links) ist in der dritten Saison Elite-Trainer in Zug. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. Februar 2019)

Fabio Schumacher (links) ist in der dritten Saison Elite-Trainer in Zug. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. Februar 2019)

Wie gefällt Ihnen die Arbeit als Trainer bei der U20-Elit des EV Zug?

Fabio Schumacher: Sehr gut. Ich stehe nun in meiner dritten Saison und spüre viel Leidenschaft, Wille und Ehrgeiz. Meine Jungs haben alle das gleiche Ziel, auf der Karriereleiter eine Stufe weiter nach oben zu kommen. Sie auf dem Weg dorthin zu begleiten, ist eine schöne Herausforderung für mich. Die Trainerarbeit erfüllt mich und macht mich auch stolz.

Freude dürften Sie auch mit den Spielern haben, die in der Swiss League bei der Academy immer wieder zum Einsatz kommen.

Das ist so. Immer wieder werden Spieler meiner Equipe für die Swiss League aufgeboten. Das ist schön für mich und zeigt mir, dass wir beim EVZ im gesamten Nachwuchs einen guten Job machen. Nicht immer ist die Rangierung Ende Saison entscheidend für mich, sondern ob sich ein Spieler entwickelt hat oder nicht. Manchmal platzt der Knoten bei einem Spieler und er entwickelt sich positiv, bei dem man gar nicht damit gerechnet hatte. Das sind jeweils sehr schöne Momente für mich.

Trotzdem verfolgen Sie sportliche Ziele, oder?

Absolut. Wir wollen mit dem U20-Elit-Team in die Playoffs. Das ist die schönste Zeit für jeden Spieler, für mich als Trainer und unseren Staff. Ein Playoffplatz ist letztlich das Ziel jedes Teams, egal ob National League, Swiss League oder Nachwuchs.

Bekommen Sie vom Academy-Trainerduo Roger Hansson und Corsin Camichel auch Rückmeldungen?

Ja, wir tauschen uns täglich aus und analysieren die Leistungen der U20-Elit-Spieler. Die Inputs vom Trainerstaff zeigen mir, was gut ist und wo wir Verbesserungen anbringen müssen. Der eingeschlagene Weg, den wir gehen, stimmt.

Momentan kämpfen Ihr Team und die EVZ Academy in der um die Playoffqualifikation. Ist das ein Nachteil für den Reifeprozess?

Im Gegenteil, das ist für die Entwicklung der Spieler nicht schlecht. Wenn man um sein Ziel kämpfen muss, bringt das einen auch weiter. Das sind wichtige und wertvolle Erfahrungen, wenn man mehr beissen und zwischendurch Rückschläge einstecken muss auf dem Weg zum Ziel.

Gibt es ein Geheimnis, um eine erfolgreiche Spielerkarriere zu erleben?

Nein, das gibt es nicht. Ehrliche Arbeit zählt. Selbstkritisch sein, aus den Fehlern lernen, zuhören und das machen, was man kann und sich auf die eigenen Stärken fokussieren, wie auch jeden Tag vollen Einsatz geben, sind entscheidende Faktoren. Es braucht auch Bereitschaft, mehr machen zu wollen als andere. Man muss auch auf vieles verzichten können. Es gibt nur Eishockey, nebst Schule oder Ausbildung.

Kommen talentierte Spieler weiter?

Talent ist keine Garantie. Das genügt heute nicht mehr. Es ist wichtig, aber entscheidend ist, wie man im Kopf tickt, die mentale Stärke. Selbst Spieler mit weniger Talent können es weit oder sogar weiter bringen, weil ihre Einstellung stimmt. Sie können so viele Defizite wettmachen.

Ihr Vertrag läuft nach der Saison 2020/21 aus. Was machen Sie danach?

Das weiss ich nicht. Die Arbeit beim EVZ bereitet mir viel Spass und die Zusammenarbeit mit den jungen Spielern ist faszinierend. Ich bin momentan happy in meiner Funktion.