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Der Hünenberger Peter Frommenwiler erinnert sich: «Dieser Knall sitzt mir noch heute in den Knochen»

Der 66-Jährige war in den Jahren 2018 und 2019 mit seiner Mittelschnauzer-Hündin Chia während 20 Wochen in der Schweiz unterwegs. Dabei legten sie 2350 Kilometer sowie 156000 Höhenmeter zurück.

Raphael Biermayr
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Peter Frommenwiler und seine Mittelschnauzer-Hündin Chia legten 2350 Kilometer zurück.
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Peter Frommenwiler fasst die Reisen unter dem Titel "Zwei Schnauzer durchqueren die Schweiz" zusammen – offensichtlich zu Recht.
Einen einzelnen schönsten Ort kann Frommenwiler nicht nennen. Die Natur, insbesondere in den Bergen, hat ihn fasziniert.
Oft war das Zelt die Übernachtungsmöglichkeit.
Der Fotograf Frommenwiler fand zahlreiche traumhafte Motive vor.
Auch das Farbenspiel in der Schweizer Natur begeisterte ihn immer wieder...
...wie auch auf diesem Bild.
Die weiten Wanderungen hinterliessen Spuren.
Das Wetter war natürlich nicht immer schön.
Manchmal herrschte auch eine geradezu mythische Stimmung.

Peter Frommenwiler und seine Mittelschnauzer-Hündin Chia legten 2350 Kilometer zurück.

Bild: PD

Was ist Ihnen von Ihren Wanderungen am stärksten in Erinnerung geblieben?

Peter Frommenwiler: Chia und ich haben 35 Pässe überwunden. Bei jedem Pass war es eine Herausforderung, mich wieder darauf einzustellen, dass es viele Stunden lang hinaufgeht. Oben anzukommen, war es aber immer wieder von neuem schön und es gab sehr spezielle Momente. Auf der Wanderung 2018 gab es auch Krisen. Da dachte ich ab und zu, dass ich lieber auf dem Sofa sitzen würde, als im Wallis auf den nächsten Berg zu steigen.

Wie meisterten Sie Krisen?

Ich wusste, dass das kommen könnte. Ich sagte mir, am nächsten Tag weiterzuschauen und bin einfach weitergegangen.

Wie reagierten Sie auf Wetterumstürze?

Im Grossen und Ganzen war das Wetter gut. Auf der Reise 2018 geriet ich allerdings an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in heftige Gewitter. Am zweiten Tag war ich in einer Schlucht und dachte schon, es wäre vorbei. Doch dann ging es wieder los, ich ging ohne Möglichkeit zum Unterstehen im strömenden Regen weiter – als plötzlich 40 oder 50 Meter neben mir der Blitz einschlug. Dieser Knall sitzt mir noch heute in den Knochen.

Wie ging Ihr Hund damit um?

Der steckte das besser weg als ich. Darüber war ich froh, denn in dieser Situation hatte ich vor allem mit mir selbst zu tun.

Welcher Ort war der Schönste auf Ihren Wanderungen?

Da kann ich keinen Einzelnen nennen. Die Vielfalt der Schweiz überzeugte mich, gerade die Natur und die Abgeschiedenheit der Berge schätzte ich besonders. Auch Chia gefiel es besser in der Höhe, da war es nicht so heiss.

Hat es Ihnen irgendwo nicht gefallen?

Auch das kann ich so nicht sagen. Aber natürlich ist es im urbanen Gebiet, wie in Schaffhausen, Winterthur oder Rapperswil-Jona, weniger spannend als in den Bergen.

Kamen Sie mit dem Hund überall problemlos hin?

Eigentlich schon. Es war natürlich nicht möglich, Wege zu benutzen, auf denen es Leitern hat oder man sich an Ketten hochziehen muss. Ich wusste zum Beispiel, dass der oberste Teil auf dem Säntis nicht hundegerecht ist. Manchmal war ich mir trotzdem nicht sicher, weshalb ich in den Dörfern oder bei anderen Wanderern nachfragte. In der Regel folgten wir aber sowieso offiziellen Wanderwegen.

Wie beurteilen Sie das Wanderwegnetz?

Wanderwege sind in der Schweiz ziemlich perfekt ausgeschildert und organisiert. Es gab aber auch ziemlich abenteuerliche Wege, die offensichtlich nicht stark begangen werden.

Haben Sie schon eine nächste Wanderung geplant?

Nein, im Moment ist nichts geplant. Aber ich schliesse nicht aus, dass wir in einem oder zwei Jahren nochmals aufbrechen werden, Chia und ich.

Der Multimedia-Vortrag von Peter Frommenwiler über seine Wanderungen im Kino Cinepol in Sins beginnt am Sonntag, 16. Februar, um 11 Uhr. Mehr gibt es hier.

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Wolf Meyer